St. Johann Bauplätze für Betriebe

St. Johann / SIMON WAGNER 22.11.2013
Mit Änderungen zu den örtlichen Bauvorschriften hat der Rat der Gemeinde St. Johann den Bebauungsplan "Gewerbegebiet Steinenlai VI" auf den weiteren Weg durch das Verfahrensprozedere geschickt.

Die Änderungen im Bebauungsplan betreffen zuvörderst Regelungen zur Gestaltung von Dächern. Dachaufbauten sollen, bei bestimmten Voraussetzungen, erlaubt sein. Mehrheitlich einigte sich der Rat zudem darauf, im unteren Teil des Gebiets auch Pultdächer zuzulassen, wenn die abschüssige Seite des Dachs talabwärts zeigt.

Diese Festlegung jedoch traf der Rat vorbehaltlich der Zustimmung des Upfinger Ortschaftsrats. Seine Zustimmung ist auch noch bei der farblichen Gestaltung von Dacheindeckungen erforderlich. Auf Antrag von Ingrid Eissler-Bimek sollen auch andere Dachziegel als die in rot-braun erlaubt sein, etwa solche in verschiedenen Grautönen. Sie will damit den Hauseigentümern zum Recht verhelfen, die laut dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg befugt sind, Dächer in der Farbe einer eventuellen Photovoltaikanlage einzudecken. Die vom Rat akzeptierte Regelung allerdings hat auch ohne eine geplante Solaranlage Bestand, was Bürgermeister Eberhard Wolf zum Anlass nahm, diese Entscheidung vorab zu kritisieren. Er ist sich sicher, das sie einem Signal für die Gesamtgemeinde gleich komme. Ihm ging diese Grundsatzentscheidung "für heute Abend" zu weit.

Eine weitere Festlegung befasste sich mit Ausgleichsflächen für beanspruchtes Bauland. "Wir haben händeringend nach einer Lösung gesucht", so Ingenieur Harald Wahl vom gleichnamigen Planungsbüro. Um den "extrem verschärften" Vorgaben des Regierungspräsidiums und des Regionalverbands zu entsprechen, wurde aus dem Gewerbegebiet Steinenlai V eine 4000 Quadratmeter umfassende, mit einem Pflanzgebot belegte Fläche, eingetauscht. Sie gilt fortan als Ausgleichsfläche und kann auch in Zukunft nicht bebaut werden. Diese Suche, wie auch die spezielle artenschutzrechtliche Prüfung des Gebiets auf besonders schützenswerte Tier- und Pflanzenbeständen, habe zur Verzögerung des Verfahrens geführt. Vorgaben, die eine Ausweisung von Bauflächen auf der grünen Wiese auch in Zukunft nicht einfacher machen, wie Wahl prognostizierte. Gesondert zum Beschluss kam die Zusammenlegung der bisherigen Gewerbeflächen I bis V. Hier wurden bereits Bauvorhaben genehmigt. Auch im neuen Gebiet VI haben bereits Bauherren Interesse angemeldet. Die Gewerbeflächen für örtliche Betriebe werden "dringend" benötigt.