Dettingen Aufregung um gefällten Albvereins-Baum

Der Albverein Dettingen ehrte langjährige Mitglieder. Foto: Mara Sander
Der Albverein Dettingen ehrte langjährige Mitglieder. Foto: Mara Sander
MARA SANDER 03.04.2012
Aufregung beim Albverein: Der ohne Rücksprache gefällte Kastanienbaum am Oberen Boden war Eigentum der Ortsgruppe Dettingen. Der Baum soll ersetzt werden, verspricht der Bürgermeister.

Normalerweise hätten bei der Hauptversammlung der Dettinger Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins am Samstag im alten Rathaus die Ehrungen im Mittelpunkt gestanden, denn es gab viele langjährige Mitglieder. Aber drei Themen bewegten die Gemüter. Da war zunächst ein Kastanienbaum im Neubaugebiet Oberer Boden II, der ohne Rücksprache mit der Gemeinde vom Erschließungsträger "einfach umgemacht" wurde, wie Bürgermeister Michael Hillert erklärte.

Er war sozusagen zur Versammlung beordert worden, um den Mitgliedern zu erklären, warum der Baum gefällt wurde. Der Baum war Eigentum des Albvereins, 1988 von Karl Wohlfarth gesetzt, und hätte nicht ohne Rücksprache mit dem Verein gefällt werden dürfen. Hillert stellte klar, dass auch die Gemeinde nicht gefragt wurde. Aber er habe auch nicht gewusst, dass es sich um eine Albvereinskastanie handele, so Hillert. Er versprach Ersatz, sobald die Erschließung beendet ist. Zweites Thema, das nicht gerade Begeisterung auslöste, war das neue Logo des Hauptvereins, das allerdings zunächst nicht verbindlich ist. Es soll im Jubiläumsjahr 2013, wenn der Albverein 125 Jahre besteht, eingeführt werden. Das bedeutet einerseits hohe Kosten, weil alles vom Briefpapier bis zur Kleidung erneuert werden müsste, andererseits gefiel es den anwesenden Mitgliedern nicht besonders.

Dritter Punkt mit Diskussionsbedarf ist die Beschilderung des Gustav Strömfeld Weges, Teil des Geologischen Pfads an der Randlinie der Schwäbischen Alb auf Dettinger Gemarkung. Es ist ein Hauptwanderweg des Albvereins, der einen Zugangsweg von jedem Ort aus haben soll. Die Beschilderung würde allerdings teilweise von den Ortsgruppen mitgetragen werden müssen. Die Dettinger Ortsgruppe unterstützt das Projekt natürlich gerne, zumal sie entscheidend daran beteiligt ist. Die Ausweisung als Gustav Strömfeld Weg, benannt nach einem der Vizepräsidenten des Vereins, ist ganz in ihrem Sinne, nur fürchten die Dettinger mögliche Kosten. Für die gibt es allerdings noch keine konkreten Zahlen.

Jahresberichte und Formalien waren schnell erledigt. Aus ihnen ging zum Beispiel hervor, dass die sehr aktive Ortsgruppe im letzten Jahr 17 Halbtageswanderungen und zehn Tageswanderungen mit insgesamt mehr als sechshundert Teilnehmer durchgeführt hat, davon mehr als zehn Prozent Kinder und Jugendliche. Hervorzuheben ist ein historischer Rundgang durch Dettingen mit Albrecht Arnold zu Jahresbeginn mit mehr als 60 Teilnehmern. Insgesamt werden mehr als 30 Kilometer Wanderwege auf Dettinger Gemarkung durch die Ortsgruppe gepflegt.

Langjährige Mitglieder wurden für insgesamt 480 Jahre Vereinstreue ausgezeichnet, wobei Erwin Schlichter bereits 60 Jahre dabei ist. Für 40 Jahre wurden Thomas Beck, Günter Diez, Helmut Kleih, Herbert Leibfarth, Wilhelm Raff, Lore Schmauder, Hans Weible und Achim Wohlfarth geehrt, für 25 Jahre Ursula Holzschuh, Ulrich Keinath, Roswitha Schotte und Siegfried Weber.