Für die rund 3500 Einwohner große Gemeinde stehen Veränderungen an: Es soll schnell werden in Bempflingen, zumindest was das Internet anbelangt. Der Ort überspringt kurzerhand das Vectoring und erhält gleich Glasfaser. Die Ortschaft wurde als Modellgemeinde des Landkreises Esslingen ausgewählt. Mehr als 1500 Haushalte in Bempflingen können nun von dieser Entscheidung profitieren: In Kooperation mit der Telekom sollen bis 2020 Glasfaseranschlüsse verlegt werden.

Wirtschaftsregion Stuttgart

Zur Erklärung: Die Gemeinde Bempflingen ist Teil des Zweckverbandes der Wirtschaftsregion Stuttgart. Sowohl die Landeshauptstadt als auch die fünf Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr sind beteiligt. Die Gemeinde wurde ausgewählt, weil sie, wie Bürgermeister Welser anmerkte, relativ schlecht versorgt ist.

Wie viel dieser Ausbau Bempflingen kosten wird, ist noch nicht bekannt. Josip Nadj, Regiomanager der Telekom, erklärte, dass die vorläufigen Kosten einem Richtwert entsprechen, der durch verschiedene Parameter berechnet werde. Ein Faktor, der nur schwer zu bemessen sei, sind die Baupreise. „Wir wissen nicht, wie sich diese in den nächsten zehn Jahren entwickeln werden“, erklärte Bürgermeister Welser. Hinzukommt, dass die letzten zehn bis 20 Prozent eines 100-prozentigen Ausbaus für Privathaushalte wohl die kostenintensivsten seien, sagte Nadj. Insgesamt sind für die Gigabit-Region 1,6 Milliarden Euro eingeplant, die teilweise durch die jeweiligen Gemeinden beglichen werden. Der Betrag sei aber von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich.

Sicher ist derzeit aber, dass sich die Bempflinger im Kerngebiet, das bislang entferntere Hofstellen, die Sportanlage, das Dorfgemeinschaftshaus, das Gewerbegebiet und Kleinbettlingen nicht umfasst, ab Freitag, 1. März, für einen Glasfaseranschluss registrieren lassen können. Damit hätten sie die Chance, eine Übertragungsrate von bis zu 1000 Megabit pro Sekunde zu erhalten. Eintragen lassen können sich die Bürger bis zum 31. Mai, wobei eine Quote von 30 Prozent, das heißt 450 von 1500 Haushalten, erfüllt sein sollte. Für Bernd Welser ist das aber keine Hürde. „Ich bin aus der Bevölkerung heraus auf das Thema angesprochen worden“, sagte Welser, und bezieht sich auf die fehlende Infrastruktur. Für ihn und den Kooperationspartner sei das nun die fast einmalige Chance, mit Glasfaser versorgt zu werden. Zudem würden die Bempflinger den Hausanschluss kostenfrei erhalten, wenn sie sich bis Mai registrieren lassen. Der Regionalmanager ergänzte, dass sich nicht allein die technischen Voraussetzungen geändert hätten, sondern auch das Verhalten der Kunden. Jugendliche würde zum Beispiel lieber Streamingdienste zum Fernsehen nutzen.

Ausbau dauert bis zu zwölf Monate

Dafür brauche es auch das geeignete Netz. Die Arbeiten im Kerngebiet dafür sollen noch in diesem Jahr beginnen, wenn die Quote steht. Der Ausbau soll zwischen neun und zwölf Monate dauern. Gearbeitet wird mit zwei verschiedenen Varianten, zum einen dem klassischen Tiefbau und zum anderen dem Trenching. Hierbei wird lediglich ein schmaler Schlitz in den Bodenbelag gefräst. Die Methode ist Nadj zufolge nicht nur günstiger, sondern auch zeitsparender. Somit würden die Bempflinger durch den Ausbau weniger beeinträchtigt werden. In einem zweiten Schritt könnten durch die bereits bestehenden Glasfaserkabel auch die restlichen Privathaushalte angeschlossen werden. Ähnliches gilt für das Gewerbegebiet.

Das könnte dich auch interessieren:

Infoveranstaltungen zum schnellen Netz


Im Dorfgemeinschaftshaus Bempflingen wird es am Montag, 25. Februar, um 19.30 Uhr einen Bürgerinformationsabend geben. Er wiederholt sich einen Monat später, am Montag, 25. März, ebenfalls um 19.30 Uhr.