Obstbau Apfel ist nicht gleich Apfel: Experten geben Wissen weiter

Über 2000 verschiedene Obstsorten gibt es auf den schwäbischen Streuobstwiesen. Einen ersten Einstieg in das weite Feld der Pomologie liefern die Seminare des Bad Uracher Vereins Schwäbisches Streuobstparadies.
Über 2000 verschiedene Obstsorten gibt es auf den schwäbischen Streuobstwiesen. Einen ersten Einstieg in das weite Feld der Pomologie liefern die Seminare des Bad Uracher Vereins Schwäbisches Streuobstparadies. © Foto: Manfred Nuber
Bad Urach / swp 29.05.2017

Auf die Vielfalt kommt es an. Das gilt besonders für die schwäbischen Streuobstwiesen. Im Gegensatz zu Erwerbs-Obstanlagen, auf denen nur wenige unterschiedliche Sorten vorkommen, ist die Vielfalt an Arten und Sorten in Streuobstwiesen fast unüberschaubar.

2000 Sorten in der Region

Die Kulturlandschaft Streuobstwiese hält ein großes Angebot an alten und regionalen Obstsorten, vor allem Apfelsorten, bereit. Unter dem Begriff alte Obstsorten versteht man heute alle Sorten, die vom Erwerbsobstbau nicht mehr angeboten werden. Hinzu kommen zahlreiche Neuzüchtungen, so dass die Anzahl der Apfelsorten in der Region auf über 2000 verschiedene Sorten angewachsen ist.

Der Erhalt einer möglichst großen Vielfalt – nicht nur beim Apfel, sondern bei allen Obstsorten – ist äußerst wichtig. Dabei sind ideelle Gründe nicht von der Hand zu weisen, aber auch praktische: Regionale Sorten sind ein wichtiger Genpool und eine wertvolle genetische Ressource an denen man sich für die Züchtung zukünftiger Sorten orientieren kann.

Zweitägiges Seminar

Der Bad Uracher Verein Schwäbisches Streuobstparadies bietet in diesem Herbst erstmalig ein zweitägiges Seminar zur Bestimmung der gängigsten Obstsorten an. Die Referenten beschränken sich hierbei zunächst auf die Kernobstarten Apfel und Birne. Da die Pomologie ein weites Feld ist können nur erste  Grundkenntnisse zur Bestimmung der gängigsten Obstsorten der Region vermittelt werden. Die Teilnehmer sollten dabei bereits in der Lage sein fünf Sorten sicher zu erkennen.

Am ersten Seminartag werden zunächst Methoden zur Sortenbestimmung angewendet, wie äußere und innere Bestimmungsmerkmale und der Gebrauch der Bestimmungsliteratur. Im Anschluss werden 15 regionale Sorten gemeinsam bestimmt und besprochen. Am zweiten Seminartag – zwei Monate später – folgt ein Sortenspaziergang, auf dem Sorten gesichtet, gesammelt und bestimmt werden. Abschließend können mitgebrachte Sorten bestimmt werden.

Erfahrene Sortenkenner

Für das Seminar haben vier erfahrene Sortenkenner aus dem Streuobstparadies ihr Wissen zusammengetragen. August Kottmann aus Bad Ditzenbach, Dr. Denise Emer aus Neidlingen, Markus Zehnder aus Balingen und Rudolph Thaler aus Bissingen an der Teck geben ihr pomologischen Wissen weiter.

Das Seminar „Obstsorten bestimmen“ findet am Samstag, 26. August und 21. Oktober, jeweils 10 bis 17 Uhr im Freilichtmuseum Beuren oder im Vereinsheim des Obst- und Gartenbauvereins in Mössingen statt. Im Beitrag sind ein umfassendes Skript sowie Tagungsverpflegung enthalten. Die notwendige Bestimmungsliteratur („Farbatlas alte Obstsorten“, Ulmer Verlag) ist von der Teilnehmern unbedingt selbst mitzubringen.

Anmeldungen ab sofort

Anmeldungen nimmt die Geschäftsstelle des Schwäbischen Streuobstparadieses noch bis zum 23. August entgegen, telefonisch unter (0 71 25) 309 32 63 oder per Mail unter kontakt@streuobst-paradies.de. Weitere Auskünfte und Infos unter, www.streuobstparadies.de.

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regionale Sorten sollen unter anderem im Rahmen des Pomologieseminars bestimmt werden. In zwei Tagen vermitteln ausgewiesene Experten ihr breites Wissen.