Bad Urach Am Montag beginnen die Arbeiten Sanierung der Sirchinger und Ulmer Steige

Bad Urach / RP 22.11.2013
Am Montag beginnen die Arbeiten auf der Sirchinger Steige (L 249) und auf der Böhringer Steige (B 28). Beide müssen wegen Hangrutschungen auf Grund des Juni-Dauerregens saniert werden.

Nach massiven Hangrutschungen infolge starker und anhaltender Niederschläge Anfang Juni musste die Sirchinger Steige zwischen Bad Urach und Sirchingen aus Gründen der Verkehrssicherheit voll gesperrt werden. An mehreren Stellen rutschten Teile der Straße ab. Unmittelbar danach wurde der geschädigte Streckenabschnitt der L 249 vermessen und durch einen geologischen Sachverständigen begutachtet. Anschließend musste der tragfähige Felshorizont durch umfangreiche Erkundungsbohrungen festgestellt werden. Basierend auf den Ergebnissen der Erkundungsbohrungen konnte eine gutachterliche Stellungnahme mit einer bautechnisch günstigen und wirtschaftlichen Sanierungsempfehlung ausgearbeitet werden.

Die L 249 - Sirchinger Steige wird mit insgesamt fünf Bohrpfahlwänden mit einer Länge von insgesamt 350 m sehr aufwändig gesichert. Die 163 Bohrpfähle mit Durchmessern von 75 und 90 Zentimeter werden bis zu 15 Meter tief gebohrt, mit Stahl bewehrt und anschließend sofort ausbetoniert. Für die Herstellung einer tragfähigen Arbeitsebene für die Bohrgeräte muss die Straße teilweise bis zu drei Meter tief abgetragen werden. Die bestehende Vollsperrung wird gleichzeitig genutzt, um im betroffenen Streckenabschnitt die Entwässerungseinrichtungen zu erneuern. Weiter werden Randsteine und Schutzplanken erneuert. Die Bauarbeiten werden auch über den Winter mit Hochdruck ausgeführt solange es die Witterungsverhältnisse zulassen. Um die Bauzeit so gering wie möglich zu halten, werden gleichzeitig zwei Bohrgeräte eingesetzt. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich Mitte nächsten Jahres abgeschlossen und die L 249 Sirchinger Steige dann wieder voll befahrbar sein.

Auf der hochbelasteten B 28, Böhringer Steige, trat ebenfalls eine Hangrutschung auf. Das Sanierungskonzept sieht vor, die Schadstellen im oberen Steigenbereich mit drei kürzeren Bohrpfahlwänden dauerhaft zu sichern. Es werden insgesamt 35 Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 75 Zentimeter und einer Länge von rund zehn Meter abgeteuft. Die Pfähle binden mindestens drei Meter in den tragfähigen Fels ein und werden durch 15 Meter lange Schräganker im bergseitig anstehenden Fels zusätzlich rückverankert. Die Bohrpfähle müssen noch vor den Wintermonaten hergestellt werden, damit der Hang bereits vor den Frost- und Tauwechselperioden im Winter und Frühjahr stabilisiert ist. Nur dadurch können die Verkehrslasten aus dem Verkehr sicher abgetragen werden und zudem größere Schäden und damit einhergehende langwierige Sperrungen vermieden werden. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten muss die Böhringer Steige, während der Herstellung der Pfähle mit dem Großbohrpfahlgerät für rund drei Wochen voll gesperrt werden. Der Verkehr in Richtung Bad Urach, Reutlingen wird über die L 245 - Hengen - Seeburg - B 465 umgeleitet. Für den Verkehr in Richtung Ulm ist ab Bad Urach eine Umleitung über die L 211 - Grabenstetten - K 6758 ausgeschildert.

Nach dem Winter werden die Bauarbeiten an der B 28 unter halbseitiger Sperrung mit Ampelbetrieb fortgesetzt. Lediglich für die Herstellung der Schräganker als Rückverankerungen im Fels sowie für den Einbau der Deckschicht werden noch zwei kurzzeitige Vollsperrungen im kommenden Frühjahr notwendig. Mitte Mai sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

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