Herausragende Stimme, außergewöhnliche Persönlichkeit, New Yorker Charme: Alana Alexander ist eine international bekannte Jazz-Sängerin mit einer starken Ausstrahlung. Sie erobert gerade die deutschen Kulturbühnen.   Mitte August trat sie mit ihrer Band „Pimpy Panda“ auf der Blaubeurer Sommerbühne am Blautopf vor mehr als 500 Zuhörern auf. Jetzt hat sie in Bad Urach im Café „La Vie“ ein kleines, exklusives Solo-Konzert gegeben.

Dass eine Sängerin wie Alana Alexander in Bad Urach auftritt, ist eine kleine Sensation. Möglich war das nur durch persönliche Kontakte von Bassist Steffen Knauss aus Magolsheim, der mit internationalen Musikern spielt und befreundete Musiker zum Heimspiel einlädt – zum Beispiel nach Bad Urach, Blaubeuren oder die Schwäbische Alb. Das Café „La Vie“ am Marktbrunnen in der Altstadt war schon vor Wochen ausgebucht: Den Jazz-Fans aus der Region ist Alana Alexander längst ein Begriff. Wer ihre Stimme einmal gehört hat, vergisst sie nicht wieder.

Sie klingt tief, stark, schwarz und warm und unverwechselbar. Sie beherrscht ein breites Spektrum: Jazz, Funk, Soul über Blues und Gospel bis hin zu brasilianischen Impressionen – mit höchsten Schwierigkeitsgraden. Ihr Volumen ist für große Bühnen geeignet, doch in Bad Urach hatte Alana Alexander gerade im kleinen Rahmen sichtlich Freude. Beim  „Wohnzimmer-Konzert“ plauderte sie zwischen ihren Songs  lässig mit dem Publikum und erzählte nebenher ein paar Geschichten aus New York.

Aufgewachsen in der Bronx als Tochter einer musikbegeisterten Pastorenfamilie, war Singen für sie von klein auf Teil ihres Lebens. Die Mutter war Musiklehrerin, ihr Vater schrieb eigene Stücke für den Gottesdienst, der Onkel komponierte Songs für Stars wie Donna Summer, Billy Ocean und Mick Jagger. Trotz ihrer professionellen Gesangsausbildung sagt Alana Alexander: „Die beste Schule war meine Familie – dort habe ich alles gelernt, was wirklich wichtig ist.“

Sie weiß genau, wie sie ihr Publikum zu nehmen hat und ist zu hundert Prozent präsent – obwohl sie sich in Bad Urach selbst auf dem E-Piano begleitet hat. Im Vordergrund war aber der Gesang. Nebenher Reden war laut ihrer Ansage ausdrücklich erlaubt – doch niemand konnte sich ihrer Ausstrahlung entziehen. Es dauerte nicht lange, und sie hatte das Publikum als Gospel-Chor gewonnen. Dafür hatte sie dann ein paar bekannte Stücke mit einfachem Refrain parat, zum Beispiel „We are a Family“ von „Sister Sledge“ oder „Amazing Grace“ als traditionelle Gospel-Hymne.

Alana Alexander kann jedoch viel mehr, als sie in diesem kleinen Rahmen gezeigt hat. Sie komponiert Songs und hat einige davon sogar zum ersten Mal öffentlich vorgetragen. Bad Urach war für sie eine Art Testfeld, um live zu erleben, wie die neuen Melodien beim Publikum ankommen. Das E-Piano hätte sie eigentlich gar nicht gebraucht. Sie könnte es sich erlauben, mit weniger Begleitung auszukommen – wie die legendäre Billie Holliday aus den 40er Jahren: Nur Bass, Besen und Stimme – sonst nichts.