Einkommen Altersarmut: Gewerkschaft schlägt Alarm

Kreis Göppingen / SWP 05.12.2018

Im Landkreis droht Altersarmut – in einem größeren Ausmaß als bislang angenommen. Das befürchtet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in einer Pressemitteilung. Rund 39 000 Arbeitnehmer im Kreis Göppingen würden – so, wie sie heute arbeiten – nur eine Rente unterhalb der staatlichen Grundsicherung bekommen. Und das, wenn sie nach immerhin 45 Berufsjahren in den Ruhestand gingen. Das sind 37 Prozent aller Beschäftigten im Kreis, schreibt die NGG weiter.

Die Schwelle für „Alters-Hartz-IV“ liege im Kreis Göppingen bei aktuell 794 Euro im Monat. Dabei seien insbesondere die Kosten fürs Wohnen berücksichtigt. Dies gehe aus einer Renten-Analyse des Pestel-Instituts hervor. Die Wissenschaftler aus Hannover haben dabei für die NGG amtliche Statistiken ausgewertet. Demnach könnte die Zahl armutsgefährdeter Rentner im Landkreis Göppingen künftig noch deutlich steigen – nämlich dann, wenn die durchschnittliche Rente bis zum Jahr 2030 auf nur noch 43 Prozent des Einkommens abfallen sollte. Dann gäbe es mehr als 44 000 Menschen, die nach 45 Beitragsjahren bei einer Rente unterhalb der Grundsicherung landen, so das Pestel-Institut.

Karin Brugger, Geschäftsführerin der NGG-Region Ulm-Aalen-Göppingen, spricht von „alarmierenden Zahlen“. Wer ein Leben lang gearbeitet habe, müsse später auch von seiner Rente leben können. Zugleich sieht Brugger die Arbeitgeber in der Pflicht. „Klar ist, dass aus Mini-Löhnen keine Spitzen-Renten werden.“

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