Vor drei Jahren begann der Luftsportverein damit, sein jährlich stattfindendes Flugplatzfest mit einem Holzfliegertreffen zu bereichern. "Im kleinen Stil haben wir damit angefangen, doch schon jetzt zeigt sich, dass sich dieses Holzfliegertreffen mehr und mehr etabliert", freute sich Vereinsvorsitzender Udo Markert. Zahlreiche Gäste waren bereits am Samstag mit ihren Oldtimern aus den 1940er und 1950er Jahren hergeflogen und begeisterten die neugierigen Besucher bei perfekten Wetterbedingungen mit ihren Flugkünsten.

Auch am Sonntag stiegen die Holzflieger neben zahlreichen Motor- und Segelflugzeugen in den Himmel, dessen strahlendes Blau vom Samstag sich gestern leider hinter grauen Wolken versteckte. Auf besonderes Interesse stieß das älteste Flugzeug "Olympiaweihe" aus dem Jahr 1943, das noch in den letzten Kriegstagen zum Einsatz kam und 1959 bei einem Flug von 10 500 Metern den bis heute weltweit ungeschlagenen Höhenrekord aufstellte. "In den vergangenen Jahren hat unser Luftsportverein viel gearbeitet und sich aufgrund zahlreicher Veranstaltungen sehr gut entwickelt. Wir haben umstrukturiert und investieren in den Nachwuchs", sagte Markert und verdeutlichte dies anhand der von 28 auf 35 gestiegenen aktiven Mitgliedern. Der Lohn dieses Zusammenhalts war mit zwei neu angeschafften Flugzeugen nicht zu übersehen. Sie wurden am gestrigen Sonntag feierlich gesegnet und getauft. Da ist der nagelneue Hochleistungssegelflieger, der sowohl bei Schulflügen wie auch bei Kunst- und Streckenflügen zum Einsatz kommen kann. Damit dieses polnische Universalflugzeug für rund 100 000 Euro angeschafft werden konnte, hat der Verein sein altes "Digelfeld"-Flugzeug verkauft und kräftig gespart.

Bürgermeister Kevin Dorner hat sich von der Erstklassigkeit von "Digelfeld 2" bereits bei einem Flug selbst überzeugt und fungierte als Taufpate. Als weitere Neuanschaffung konnte die leuchtend rote "Savage" vorgestellt werden. Die Attribute des auf den Namen "Franz'l" getauften Flugzeuges machten die Auswahl des Taufpaten leicht: "Roh, ungestüm und abenteuerlustig - so wie unser Franz Bader, der mit 14 Jahren im Jahr 1967 mit dem Fliegen begann und 28 Jahre lang Vorstand unseres Vereins war", erklärte Markert. Zehn Mitglieder legten zusammen und sorgten mit ihrem großzügigen zinslosen Darlehen dafür, dass sich der Verein dieses Schmuckstück zulegen konnte. Nach dem feierlichen Gottesdienst segnete Pater Georg die beiden Flugzeuge und die Taufpaten begossen sie mit Sekt.

Im Anschluss hoben die Maschinen vom Boden ab und präsentierten sich von oben. Mit ihnen besitzt der Luftsportverein Hayingen nun sechs eigene Flugzeuge, weiterhin kommen auf dem Digelfeld acht private Flugzeuge zum Einsatz. Gestern Nachmittag wurde mit Segel- und Motorkunstflügen sowie Modellvorführungen ein buntes Flugprogramm geboten.

Als besonderer Gast konnte der 76-jährige Hermann Staltmaier aus Bayern mit seinem Doppeldecker-Oldtimer begrüßt werden. "Er ist ein echtes Unikum und fliegt allen Jungen noch etwas vor", versprach Udo Markert. Davon konnten sich schließlich die zahlreichen Flugplatzhock-Besucher überzeugen, die die angenehme Atmosphäre und die sehenswerten Darbietungen genossen.