Sonnenbühl Windpark im "Hochfleck"

Im Gewann "Hochfleck" soll ein Windpark entstehen. Foto: Simon Wagner
Im Gewann "Hochfleck" soll ein Windpark entstehen. Foto: Simon Wagner
Sonnenbühl / SIMON WAGNER 17.09.2013
Die Gemeinde Sonnenbühl treibt Pläne voran, auf dem Gewann "Hochfleck" einen Windpark zu errichten. Die Willmandinger Sowitec Group wird dort einen 140 Meter hohen Windmessmast installieren.

Bereits im Mai dieses Jahres hat sich die Gemeinde Sonnenbühl zu dem Ziel bekannt, den Ausbau der Windkraft auf Gemeindegebiet zu forcieren. Gelingen soll das mit den Willmandinger Windkraftexperten von Sowitec. Das weltweit agierende Unternehmen erklärte sich bereit, Investitionskosten in Höhe von rund 100 000 Euro zu schultern, um das Gebiet im Rahmen des behördlich geforderten Immissionsschutzverfahrens genauer unter die Lupe zu nehmen. Und genau das soll nun mit einem 140 Meter hohen Windmessmast geschehen. Die Gemeinde genehmigte seine Aufstellung.

Das Unternehmen kann nun ein Jahr lang die Windverhältnisse an der Bergkuppe analysieren. Die gewonnenen Messdaten fließen in den noch aufzustellenden Flächennutzungsplan ein. Ist der Plan nach weiteren Expertisen aufgestellt, wären alle anderen Gebiete von der Windkraftnutzung ausgeschlossen. Ein Wildwuchs der Anlagen ließe sich so verhindern.

Um für das Unternehmen, aber auch für die Gemeinde, Rechtssicherheit zu schaffen, haben sich beide Parteien auf einen Nutzungsvertrag geeinigt. Er regelt die Umstände der Zusammenarbeit und die Konditionen der Gebietsüberlassung. Den Vertrag selbst hatten die Räte am Donnerstag nicht vorliegen, was mehrfach und vor allem durch Ratsmitglied Günther Binder moniert wurde. Bürgermeister Uwe Morgenstern erklärte jedoch, er hielt es für sinnvoller, den Vertrag zunächst von der Stuttgarter Steuerberatungsgesellschaft LGG juristisch prüfen zu lassen, bevor er über seinen Inhalt informiere. Keinesfalls wolle er den Räten die Einsicht verwehren und versprach, ihnen das Vertragswerk in den kommenden Tagen zukommen zu lassen.

Auch Roland Heinrich, Sowitec Abteilungsleiter für Projektentwicklung in Deutschland, beruhigte: Es handle sich um einen Standardvertrag, den in weitgehend gleicher Form auch die Stadt Münsingen sowie Gomadingen und Mehrstetten mit der Biosphären Windpark Schwäbische Alb GmbH abgeschlossen habe. "Sie können sicher sein, dass sie keine abenteuerliche Dinge erleben", so Heinrich, zumal die im Biosphärengebiet und in Sachen Windkraft versierte LGG den Vertragsentwurf im Sinne der Gemeinde prüfe. Keinen Hehl macht er aber aus der Erwartung des Unternehmens, wonach mit der "ungewöhnlichen" Investitionsvorleistung auch Nutzungsrechte verknüpft sein sollen. Die seien ein wesentlicher Bestandteil und für Sowitec "essentiell wichtig".

Ebenso wichtig war es für Günther Binder auf die Vorlage des Vertragstexts zu pochen. Sein Antrag, den Tagesordnungspunkt bis dahin zu verschieben, fiel jedoch glatt durch. Zuvor warnte Heinrich vor nachteiligen Folgen, die eine sich hinziehende Gebietsausweisung habe: "Je länger wir unterstützende Maßnahmen hinauszögern, desto wahrscheinlicher wird es, dass ein Dritter einen Antrag stellt." Die Sonnenbühler Windverhältnisse seien nicht nur Sowitec bekannt. Mit Binders Gegenstimme beschloss der Rat nicht nur die kommenden Schritte zur weiteren Exploration des Hochflecks, sondern beauftragte auch das Stuttgarter Steuerbüro mit der Vertragsprüfung. Zudem soll im Frühjahr 2014, wenn erste Windmessdaten vorliegen, eine weitere Informationsveranstaltung stattfinden, auch um Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger im Rahmen einer angedachten Energiegenossenschaft aufzuzeigen.

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