Gomadingen Windkraft im Anmarsch

Platz für Windräder: Der Gomadinger Gemeinderat hat jetzt die Unterstützung des "Biosphärenwindparks Schwäbische Alb" beschlossen. Foto: Joachim Lenk
Platz für Windräder: Der Gomadinger Gemeinderat hat jetzt die Unterstützung des "Biosphärenwindparks Schwäbische Alb" beschlossen. Foto: Joachim Lenk
Gomadingen / JOACHIM LENK 19.04.2012
Auch auf der Gemarkung Gomadingen sollen Windräder Strom erzeugen. Daher unterstützt sie die Gründung der Gesellschaft "Biosphärenwindpark Schwäbische Alb", die mit Planung und Betrieb beauftragt wird.

Es ist inzwischen bekannt, dass sich Mehrstetten, St. Johann, Münsingen und Gomadingen zusammengetan haben, um gemeinsam einen "Biosphärenwindpark Schwäbische Alb" auf die Beine zu stellen. "Und zwar mit kompetenten und verlässlichen Partnern, die regional verwurzelt sind und die Anlagen auch betreiben", betonte Gomadingens Bürgermeister Klemens Betz, der das Projekt am Dienstagabend dem Gemeinderat vorstellte.

Diese Kooperationspartner habe man jetzt mit der "EnBW Erneuerbare Energien", den Stadtwerken Münsingen, der Firma SoWiTec Sonnenbühl, der "FairEnergie" Reutlingen und der Firma Wpd aus Bietigheim-Bissingen gefunden. Alle Firmen sind laut Betz "mit der Region verbunden" und haben auf der Mittleren Alb bereits Projekte umgesetzt (wir berichteten).

Mit dieser Kooperation und der gemeinsamen Vermarktung der kommunalen Flächen wollen Gomadingen und die drei anderen Beteiligten "Zeichen setzen", so Betz. Wichtig seien die einheitlichen Pachtkonditionen und die Nutzungsverträge mit den Grundstückseigentümern. Außerdem ist es dem Bürgermeister wichtig, dass hier "Bürgerwindräder" entstehen, an denen sich auch Einheimische beteiligen können, die nur über einen kleinen Geldbeutel verfügen.

"Gemeinsam entwickeln wir Standards für das gesamte Windprojekt, bewerten die möglichen Standorte nach einem einheitlichen Schema und führen Windmessungen durch", informierte Klaus Saiger, der Technische Geschäftsführer der Firma Fair Energie. Dabei wird viel Geld in die Hand genommen. Allein die Kartierung eines Standorts könne bis zu 120 000 Euro verschlingen, teilte Roland Heinrich mit, der Projektleiter bei der Firma SoWiTec ist. Auch wenn die Kommunen selbst nicht in der neuen Gesellschaft vertreten sind, läuft ohne sie nichts. "Die Gemeinden treffen bereits im Vorfeld die Entscheidungen", so Saiger. "Wir pflegen ein gutes Miteinander", versicherte Heinrich.

Letztlich sollen einmal im gesamten Bereich von Mehrstetten, Gomadingen, Münsingen und St. Johann 20 bis 30 Anlagen stehen. Übers Jahr, das 8760 Stunden zählt, sollen die Anlagen im Schnitt zwischen 3000 und 3500 Volllaststunden in Betrieb sein. Ein Standort wird mit mindestens drei Windrädern bestückt. Dabei muss man wissen, dass eine Windkraftanlage mit heutiger Technik so viel Energie bringt, wie drei Anlagen aus den 1990er Jahren zusammen.

Auch wenn der Sitz der neuen Gesellschaft in Münsingen sein wird, brauche sich Gomadingen nicht über eventuell entgangene Gewerbesteuereinnahmen ärgern. Die Gemeinde werde bestimmt nicht zu kurz kommen, versicherte Betz.

Nachdem sich der Gomadinger Gemeinderat nun einstimmig für die Gründung der neuen Gesellschaft ausgesprochen hat, müssen jetzt noch Münsingen und Mehrstetten zustimmen. St. Johann hat bereits gestern Abend darüber abgestimmt.

Am 24. Mai lotet die Gomadinger Verwaltung bei einer Informationsversammlung mit den Bürgern die möglichen Standorte aus. Im Entwurf des Regionalplans sind bislang die Gebiete Plaun im Bereich der Fauserhöhe, das Gewann Hardt im Bereich Marbach und das Gewann Alter Hau im Gespräch. Letzteres liegt jedoch zu rund 90 Prozent auf St. Johanner Gemarkung. Bei der Veranstaltung im nächsten Monat können weitere Vorschläge eingebracht werden, denn die künftigen Betreiber möchten sich nicht allein auf die Vorschläge des Regionalverbandes verlassen.

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