Sport ist nicht nur gesund, sondern verbindet Menschen und schafft gemeinsame Erlebnisse. Die beste Basis dazu bietet das Angebot der Vereine. Unter Federführung von Silvan Rauscher, „SportMittler“ des Württembergischen Landessportbundes (WLSB), fand am Montagvormittag in der Beutenlayhalle ein Aktionstag statt für Mädchen mit Migrationshintergrund oder die als Flüchtlinge nach Münsingen gekommen sind. Ziel war es, das Interesse der gut 20 Teilnehmerinnen, die in die Schillerschule gehen, für den Vereinssport zu wecken. Rauscher selbst hat in der Schillerschule ein Praktikum im Vorfeld seines Lehramtsstudiums für Sport absolviert, in der Sprachförderklasse mitgearbeitet und bietet zudem Sportaktivitäten in Verbindung mit der Ganztagsbetreuung an. Mit von der Partie waren Marc Notter, Sportlehrer und Konrektor der Schillerschule sowie Bettina Schmid von der TSG Münsingen.

Zu Beginn stand ein einstündiges Tanz- und Aerobictraining mit der Syrerin Noushin Leili, die bei der TSG ein Sporttraining für einheimische und geflüchtete Frauen anbietet, auf dem Programm. „Der Kurs bei der TSG beinhaltet Übungen aus den Bereichen Yoga, Aerobic und Gymnastik“, erzählte sie am Rande der gestrigen Veranstaltung, „und mir macht es riesigen Spaß“. Sie hat bereits in Syrien als Sporttrainerin gearbeitet. Und so waren die Mädchen in der Beutenlayhalle unter ihrer Anleitung begeistert bei der Sache.

Eingeteilt in zwei Gruppen, folgten sowohl Teamspiele unter Leitung von Rauscher und Schmid sowie ein Balance- und Bodyformingangebot mit Martin Moser, Geschäftsführer der Münsinger Firma Pedalo. „Wir wurden durch den WLSB als weiterführende Schule mit sport- und bewegungserzieherischem Schwerpunkt zertifiziert“, sagte Notter. Ziel der Schule sei, die jungen Leute zu einer sinnvollen, sportlichen Freizeitgestaltung zu motivieren, die über den normalen Sportunterricht hinausreiche. Regelmäßig werde das Sportangebot an der Schule durch Experten und Akteure von außerhalb ergänzt und bereichert. Dabei gehe auch um die eigene Selbstregulation. „Wer seinen Körper durch Training im Griff hat, profitiert auch in der Schule beim Lernen davon“. Lernen und Bewegung lasse sich sehr gut verbinden, so die Erfahrung Notters. Die Resonanz der Schülerinnen, die unter anderem aus Afghanistan, Syrien, Weißrussland, Spanien, Iran oder Rumänien stammen, sei sehr positiv ausgefallen. „Das ist seit Wochen ein Thema“, hat er beobachtet.

„Wir wollen den Kindern das Thema Körperwahrnehmung näher bringen“, betonte Moser. Dabei gehe es um die Vielfalt in der Bewegung. Letztlich sollten die jungen Leute eine „Haltungs- und Bewegungsqualität“ entwickeln und selber wahrnehmen können, inwieweit dies bei ihnen stimmig ist. Das sei ein wichtiger Punkt, der sich im Übrigen durch das gesamte Leben ziehe. Oftmals stehe bei jungen Leuten jedoch das äußere Training zum Beispiel mit dem Muskelaufbau im Fokus. „So trainieren sich viele Leute letztlich aus ihrer Balance heraus“, lautet seine Erfahrung. Die Geräte, die zum Einsatz kamen, seien nicht so leicht zu beherrschen und übten daher einen Anreiz aus, es immer wieder zu versuchen.

Mit von der Partie in der Beutenlayhalle waren auch von Seiten der Württembergischen Sportjugend der FSJ-ler Till Staiger und die Auszubildende Jenny Klein. „Das Projekt wurde durch Fördergelder des WLSB unterstützt mit dem Ziel, die Integration von Flüchtlingen zu unterstützen“, so Staiger. Als Ansprechpartner dienen die „SportMittler“ des WLSB, die in den jeweiligen Gemeinden für eine Vernetzung von Sport und ehrenamtlicher Migrations- und Flüchtlingsarbeit sorgen sollen.

Mit dem Geld, das der WLSB für die Aktion bereitgestellt hat, konnten verschiedene Trainingsgeräte erworben werden, berichtete TSG-Leichtathletikleiterin Sabine Zeller-Rauscher. Und die wiederum können natürlich später bei weiteren Aktionen eingesetzt werden.