Bauprojekt Vorm Altar entsteht ein Chorbereich

Die Kirchensanierung in Bernloch steht kurz vor dem Abschluss.
Die Kirchensanierung in Bernloch steht kurz vor dem Abschluss. © Foto: Anke Leuschke
Bernloch / Von Anke Leuschke 11.04.2018

Wenn die Gottesdienstbesucher die Bernlocher Georgskirche betreten, erleben sie ein ganz anderes Raumgefühl. Bei der Sanierung wurde nicht nur die Haustechnik erneuert, sondern auch der Raum vor dem Altar neu gestaltet. Entstanden ist ein flexibler Bereich, der viel Platz bietet. Mit der variablen Bestuhlung ist es den Verantwortlichen gelungen keine Sitzplätze zu verschenken. Bis zur Konfirmation am 22. April, bekommt die Kirche noch einen barrierefreien Zugang. Die Bereitschaft unter den Gemeindemitgliedern mit anzupacken war groß. „Wir investieren nicht nur in Gebäude“, sagt Pfarrer Stefan Mergenthaler. „Sondern in Orte der Begegnung, wo man Glauben leben kann.“

Neben dem barrierefreien Zugang war die Beleuchtung ein wichtiger Punkt. Lampen wurden in der Decke integriert und spenden nun ein angenehmes Licht. „Die Atmosphäre wollten wir freundlicher gestalten“, berichtet Kirchengemeinderat Edmund Friedl. Zudem wurden neue Lampen in die Fensterleibungen des Chorbereiches eingelassen, die Stromleitungen ausgetauscht. Die neue Beschallung wurde endgültig installiert, Leerrohre verlegt. Die Heizung in den Chorfenstern wurde mit Blick auf den Brandschutz neu konzipiert.

Die ersten sechs Reihen der Sitzbänke wurden entfernt und so ein größeren Platz vor dem Altar zu schaffen, „eine Art Chorbereich“, erläutert der Pfarrer. Die Fläche wurde neu gefliest, eine Fußbodenheizung eingebaut. In Zukunft werde hier flexibel bestuhlt. Das sei angenehm für Familien mit Kindern oder Menschen mit Gehbehinderung. Gerade wenn Chöre/ Gruppen den Gottesdienst oder Konzerte mitgestalten sei es sehr eng zugegangen. Das Gleiche gelte für das Abendmahl, das jetzt in einer angenehmen Runde eingenommen werden könne. „Ich bin schon gespannt wie der Platz in Zukunft genutzt wird“, freut sich der Pfarrer.

In der Adventszeit fanden die Gottesdienste im Dorfgemeinschafts- beziehungsweise im Gemeindehaus statt. In den gut vier Wochen wurden die Mauerschlitze freigeklopft. „Die Leute sind trotzdem gekommen und haben die andere Situation angenommen“, berichtet Mergenthaler. Kurz vor Heilig Abend hat es eine große Putzaktion gegeben. 16 Frauen und auch einige Männer haben sich daran beteiligt. Ein schönes Miteinander in der Kirche, auf die Feiertage zu, sei das gewesen. „So eine Aktion schweißt auch zusammen.“ Überhaupt war die freiwillige Hilfe überwältigend, freuten sich die Verantwortlichen. Zwischen zehn und zwanzig Helfer seien immer da gewesen, die inzwischen über 300 Stunden Eigenleistung geleistet haben.

Gut 178 000 Euro wird die Kirchengemeinde in das vorerst letzte große Bauprojekt, nach dem Meidelstetter Gemeindehaus und dem Bernlocher Pfarrhaus, stecken, auch wenn nicht alle Wünsche realisiert werden konnten. Acht Prozent kommen vom Kirchenbezirk, zwischen 30 und 40 Prozent aus dem Ausgleichsstock der Landeskirche. Den Rest trägt die Gemeinde selbst. Unterstützung kommt auch aus dem freiwilligen Gemeindebeitrag. Allein im letzten Jahr waren es 2500 Euro und von Aktionen, wie der Massage. Auch Handwerker spendeten.

Bis 22. April alles fertig

„Wir sind dankbar für die große Unterstützung“, sagt Edmund Friedl. Die Geberbereitschaft sei groß, weil man sich mit dem Gebäude identifizieren könne. „Das ist auch ein Zeichen, wie die Gemeinde funktioniert“, ergänzt Mergenthaler. Bis zur Konfirmation am 22. April sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

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