Solche Tage sind selten: Sonne satt und wenig Wind. "Es könnte gar nicht besser sein zum Fliegen", freute sich Siggi Preusch, der die Besucher des Flugplatzfestes als fachkundiger Moderator mit wissenswerten Informationen über Piloten, Maschinen und Flugmanöver versorgte. Was fliegen konnte, war an diesem Tag in der Luft und beging "Flugplatzfest-Hopping".

So wie der 70-jährige Schweizer Urs Meyer, langjähriger Gastpilot in Hayingen und immer gern gesehen. Er kam in diesem Jahr nicht einmal zu seiner obligatorischen Joggingrunde, die er normalerweise "wegen der schönen Landschaft" immer zwischen seinen Flugschauen ins Glastal unternimmt. "Heute ist einfach zu viel los", meinte Meyer, der direkt von Pfullendorf angeflogen kam und in Hayingen landete, um sich zunächst vom Platz und von der Besucherschar ein Bild zu machen. Erst danach stieg er wieder nach oben, führte Flugakrobatik vom Feinsten vor und kommentierte dazu über Funk noch selbst. Die Schwierigkeit an diesem Tag, so meinte er, sei die grelle Sonne: "Es ist so heiß, da muss man improvisieren. Von Fall zu Fall entscheide ich ganz spontan, welche Figur drin ist".

Sehenswert war das, was der Pilot mit 40-jähriger Flug- und 35-jähriger Akrobatikerfahrung ablieferte, allemal. Seine äußerst schwer zu fliegende Agro-Star hatte er zu jeder Zeit fest im Griff. Seit 32 Jahren sei sie in seinem Besitz und werde mit ihm alt, lachte er. Nur neun Flugzeuge dieser Art wurden gebaut, Meyers Maschine ist die einzige, die noch "giftig" in der Luft agiert. "Am Anfang hätte ich sie am liebsten zurückgegeben. Aber sie war schon bezahlt, deshalb habe ich sie behalten", erzählte er. Jetzt sei er sie gewohnt, wohl auch, weil er sich die Angst und den Respekt beim Fliegen nicht abtrainiert habe.

Nach Hayingen kommt er jedes Jahr immer wieder gerne "wegen der tollen Fliegerkameradschaft und der schönen Landschaft". Insgesamt herrschte den ganzen Tag über ein Kommen und Gehen. Für große Aufmerksamkeit sorgte auch die "North American T 6" des Hülbener Piloten Hansjörg Dümmel, der sich und seine eindrucksvolle Maschine mit herrlichem Sound von weitem angekündigt hatte. Mit 330 Stundenkilometern Höchstgeschwindigkeit und 600 PS stellt das im Jahr 1941 gebaute Militärflugzeug eine echte Besonderheit dar. Weiterhin gab es Tragschrauber und Motorsegler, Ultraleichtflieger und Doppeldecker zu sehen, in denen sich die Festbesucher auch gerne für einen Rundflug niederlassen durften. Viele nahmen dieses Angebot gerne in Anspruch, hoben ab und ließen die Welt von oben auf sich wirken. Zwei Modellflieger führten mit ihren Jets waghalsige Flugmanöver vor und ließen bei so manchem Zuschauer den Atem stocken. Der Luftsportverein Hayingen sorgte mit einem breiten kulinarischen Angebot für die Verköstigung seiner Gäste, so dass diese sich gerne für mehrere Stunden hier aufhielten, schauten, staunten, Sonne und Leckereien genossen und es sich gut gehen ließen.