Gomadingen Viele Geld für den Untergrund

Kanaluntersuchung mit Kamera.
Kanaluntersuchung mit Kamera. © Foto: Archiv
Gomadingen / Von Ralf Ott 21.06.2018

Es sind gesetzliche Auflagen, die erfüllt werden müssen: Die Eigenkontrollverordnung des Landes schreibt den Betreibern von Abwassereinrichtungen vor, das Kanalsystem in größeren zeitlichen Abständen zu untersuchen, eine Klassifizierung der Schäden aufzustellen und entsprechende Reparaturen durchzuführen. Allein für die Untersuchung des gut 30 Kilometer langen Kanalnetzes muss Gomadingen in den kommenden sechs Jahren rund 366 000 Euro ausgeben. Der Neubestand mit weiteren vier Kilometern Länge ist dann ab 2023 vorgesehen, erläuterte Ingenieur Thomas Kohler von Pirker + Pfeiffer Ingenieure.

„Das Geld müssen wir nur für die Untersuchungen ausgeben, etwaige Sanierungskosten kommen dann natürlich hinzu“, sagte Bürgermeister Klemens Betz. In der langfristigen Haushaltsplanung seien allerdings jährlich 75 000 Euro für diesen Zweck eingeplant. Im Fokus der Untersuchungen stehen die Standsicherheit sowie die Dichtigkeit, da weder Fremdwasser noch Schmutzwasser aus dem Kanal fließen soll. Das Gomadinger Kanalnetz wurde von 1983 bis 1999 erstmals untersucht und in den Folgejahren saniert, rief Kohler dem Ratsgremium in Erinnerung. Um die Neubefahrung vorzubereiten hat die Gemeinde inzwischen eine Bestandsvermessung unternommen. Die Ergebnisse des bestehenden und der seit 2003 neu hinzugekommenen Kanäle werden in einer Kanaldatenbank erfasst.

Die Datenbank ist bislang allerdings noch unvollständig, denn erst in Verbindung mit der Kanalbefahrung erfolgt die Vermessung der Schachtsohle sowie der Ein- und Auslaufhöhen der Kanäle sowie der Durchmesser der Rohrleitungen.

Bei der eigentlichen Untersuchung wird der Kanal nach der Reinigung mit einer Kamera befahren und es erfolgt die Schadensbewertung. Dabei werden die Kanäle nach den Zustandsklassen 0 bis 4 eingeteilt. Sehr schwere Schäden in der Klasse 0 erfordern eine sofortige Sanierung und auch in der Klasse 1 muss „kurzfristig“ gehandelt werden, erläuterte Kohler.

Zunächst sind heuer die Kanäle in Dapfen und Wasserstetten an der Reihe, nächstens Jahr wiederum Dapfen sowie Marbach. 2020 wird das Netz in Offenhausen mit Sammler überprüft und im darauffolgenden Jahr die Anlagen in Steingebronn und die ersten Kanäle in Gomadingen, das in den beiden Folgejahren fertiggestellt wird.

Auf der Grundlage der Kanaluntersuchungen wird ein Sanierungskonzept aufgestellt und schrittweise umgesetzt. Bei der Sanierung in geschlossener oder offener Bauweise können der Zustand der Straßen und Wasserleitungen genauso berücksichtigt werden, die andere geplante Baumaßnahmen in der Gemeinde.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel