Zwiefalten/Wasseralfingen Tief im Stollen

Kindgerecht, anschaulich und vor allem mit viel Humor wurde den Teilnehmern das Wissen um den Berg und um die Leute vermittelt. Foto: Josef Ott
Kindgerecht, anschaulich und vor allem mit viel Humor wurde den Teilnehmern das Wissen um den Berg und um die Leute vermittelt. Foto: Josef Ott
Zwiefalten/Wasseralfingen / JOSEF OTT 04.09.2012
Im Ferienprogramm der Kolpingsfamilie Zwiefalten ist immer ein Ausflug fest eingeplant. Diesmal ging es in ein Besucherbergwerk.

Die Ausfahrten, die immer am Ende des Ferienprogramms der Kolpingsfamilie Zwiefalten stattfinden, werden traditionell mit einem Doppeldeckerbus gemacht. Und der war mit 73 Teilnehmern, Kindern und Erwachsenen, in diesem Jahr bis zum letzten Platz besetzt. Schon die Fahrt mit dem Riesenfahrzeug in zwei Etagen ist ein Erlebnis. Selbstverständlich durften die Jungen ins "Obergeschoss". Nun war das Ziel der "Tiefe Stollen" in Wasseralfingen. Das ehemalige Eisenerzbergwerk ist heute für den Tourismus erschlossen.

Bereits im Mittelalter wurde hier nach Eisenerz gegraben. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts entstanden Schmelzhütten, aus denen wiederum die Hüttenwerke Wasseralfingen mit Walz- und Presswerken entstanden. Ende des 18. Jahrhunderts war die Blütezeit mit sechs bis acht Stollen. Erst 1930 waren alle Bergwerke aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen worden.

Seit vielen Jahren wird der "Tiefe Stollen" neben dem Tourismus auch als Heilstollen für Lungenerkrankungen genutzt.

Kaum angekommen, stürmten alle zum Lokschuppen. Dort bekam jeder einen Schutzhelm und einen Umhang. Dann mussten die Teilnehmer in den Zügen Platz nehmen und es ging in rasendem Tempo rund 800 Meter in den Berg hinein. Die engen und niedrigen Stollen waren tatsächlich zum "Köpfe einziehen". Ein Film informierte über die Geschichte des Bergwerks, den Abbau und die Verarbeitung des Erzes. Das Untertagemuseum veranschaulichte mit Eisenprodukten, Werkzeugen und Bergleute-Figuren die Arbeit. Dann stapften alle noch weitere 800 Meter durch das Stollenlabyrinth, wobei sich die Kinder meist viel leichter taten aufgrund der niedrigen Höhen. Bizarre Gebilde aus Gestein und Kalkablagerungen tauchten auf, ebenso klarstes Wasser und erstaunlich gute Luft. Das Führungspersonal vermittelte das Wissen um den Berg und die Leute besonders kindgerecht, anschaulich und vor allem mit viel Humor. Besonders andächtig wurde es, als probeweise das Licht gelöscht wurde. Nirgends ist es stiller als hier, 60 Meter unter Tage.

Der Ausflugsnachmittag wurde noch am Spielplatz und am Bucher Stausee in Rainau mit Kaffee und Eis abgerundet.