Sonnenbühl Spektakuläre Montagearbeit

© Foto: Reiner Frenz
Sonnenbühl / REINER FRENZ 21.08.2014

Seit gestern Abend steht er, der 141 Meter hohe Windmessmast auf dem Hochfleck bei Undingen, dem höchsten Sonnenbühler Berg (wir berichteten). Beobachter der Arbeiten, die sich in immer größerer Höhe abspielten, waren gestern viele Urlauber an der Bärenhöhle, aber auch Sonnenbühler Gemeinde- und Ortschaftsräte, die von Bürgermeister Uwe Morgenstern und der Firma Sowitec eingeladen worden waren.

Daniel Votteler, bei Sowitec zuständig für die Windmessungen informierte über die Bauarbeiten, die vergangenen Donnerstag begonnen hatten, als die Fundamente ausgegraben wurden. Bis Samstag, einen Tag länger als erwartet, zogen sich die Fundamentarbeiten hin. Die Erdarbeiten hatte die Undinger Baufirma Hailfinger ausgeführt. In dieser Woche wurden die Stahlsegmente für den Messturm geliefert, beim unteren Parkplatz an der Bärenhöhle ausgeladen und teilweise zusammengeschraubt. Wegen des Gewichts konnten aber nur zwei Teile verbunden werden.

Außerdem wurden bereits die sechs Meter langen Ausleger montiert, an deren Enden die Sensoren sitzen. Die Ausleger sind jetzt, nach der Aufstellung des gesamten Turmes, in 80, 110 und 140 Meter Höhe zu sehen. Sieben Animometer messen die Windgeschwindigkeit. Außerdem gibt es Temperatursensoren, solche, die den Luftdruck und die Luftfeuchtigkeit messen. Drei Windfahnen schließen das Sensorium ab. Den nötigen Strom, auch für das rote Fliegerwarnlicht, liefern Solarpanelen. Es stehen in jeder Höhe zwei unabhängig voneinander arbeitende Messgeräte zur Verfügung, sodass gewährleistet ist, dass es Daten gibt, auch wenn eine Sonde einmal ausfallen sollte. Die Länge der Ausleger wurde so gewählt, dass möglichst wenig Turbulenzen die Daten verfälschen. Am genauesten sind sie ohnehin laut Votteler von den Sensoren an der Mastspitze zu erwarten.

14 Arbeiter sind noch bis heute Mittag im Einsatz. Den anspruchsvollsten Job hatten die drei polnischen Monteure, die in schwindelnder Höhe die Arbeiten auf dem Messmast ausführten. Gestern sind die den ganzen Tag über nur einmal zum Essen und zum Austreten herabgestiegen. Der zum Einsatz kommende 1000 PS starke Hubschrauber war gestern und am Mittwoch insgesamt 23 Mal im Einsatz. Das Maximalgewicht, das er am Seil hatte, betrug 900 Kilogramm.

Von heute Nachmittag an werden die Daten bereits ermittelt, ein Jahr lang. Sie sollen Aufschluss geben über die tatsächliche Windhöffigkeit auf dem Hochfleck. Hier sollen bis zu sieben Windkraftanlagen mit einer Nabenhöhe von 140 und einer Gesamthöhe von 210 Metern gebaut werden. Ein 35-Millionen-Projekt, an dem die Sonnenbühler Bürger beteiligt werden sollen, wie Bürgermeister Uwe Morgenstern gestern noch einmal betonte.

Die Messwerte, so Willem Salge von der Firma Sowitec, werden Bedeutung für die ganze Region haben, geben sie doch Aufschluss darüber, wie viel Verlass auf den Windatlas ist. Die Anlage ist zugänglich, allerdings, so Förster Andreas Hipp, dürfen die Waldwege nicht befahren werden.

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