Wimsen Spannend und sensibel

Mit ihrer intensiven, feinen Stimme und ihrer charismatischen Ausstrahlung begeisterte Fola Dada das Publikum beim Konzert am Freitagabend in der Wimsener Kulturmühle.
Mit ihrer intensiven, feinen Stimme und ihrer charismatischen Ausstrahlung begeisterte Fola Dada das Publikum beim Konzert am Freitagabend in der Wimsener Kulturmühle. © Foto: Sabine Herder
Wimsen / Von Sabine Herder 11.06.2018

Wieder mal voll“, freute sich Didi Schrade am Freitagabend zur Begrüßung in der Wimsener Kulturmühle. Ganz so selbstverständlich war das freilich nicht, denn die Verantwortlichen hatten sich mit dem Konzert von „Fola Dada & The Grooving Heart Session“ auf einen relativ mutigen Programmpunkt eingelassen. „Soul, Jazz & R’n’B“ stand über dem Abend – eigentlich nicht außergewöhnlich und dennoch nicht jedermanns Sache, je nachdem, wo der Schwerpunkt liegt. Am Freitag, so stellte sich heraus, gab es einen guten Mix aus Jazz zwischen Urban und Acid, dazu ein wenig Reggae und eine kleine Prise Rythm’n’Blues. Diese gelungene und entspannte Mischung schöner Musik, vor allem aber die warme Ausstrahlung der Sängerin und ihrer Band, brachte das Publikum am Freitag zu Begeisterungsstürmen.

Alles in allem kann man den Konzertabend nur als harmonisch bezeichnen: Da passte einfach alles – durch und durch virtuose Musiker, fesselnde und zugleich ganz relaxte Musik, charmante Bühnenpräsenz, tolle Atmosphäre! Ein bisschen eng war’s, da sich die Veranstalter diesmal für’s Aufstellen von Stühlen statt Bierbänken entschieden hatten, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch. Zu hören gab es am Freitagabend „Stücke, die wir sehr liebhaben, aber die nicht von uns sind“ ebenso wie viele Titel aus Fola Dadas eigener Feder. Die hat sie mit der Band erst kürzlich auf einem noch unveröffentlichten Album zusammen gestellt.

Bei ihrem Konzert in Wimsen die Gruppe davon quasi ein Pre-Release – voller Stolz und mit dem großartigen Gefühl, dass es eben die eigenen Titel sind, die man da spielt, strahlte die aus Stuttgart stammenden Fola Dada ins Publikum.

Ebenso sehr schätzt sie ihre Band: „Mit denen muss es sein!“, wusste sie in dem Augenblick, als sie die Musiker beim Soundcheck jammen hörte. Der geniale Sound des Konzerts in Wimsen bestätigt Folas ersten Eindruck voll und ganz: Spannend, sensibel, zauberhaft und perfekt spielen hier alle zusammen und geben dem Auftritt sein „groovendes Herz“. Das wird bereits mit den ersten Takten an den Drums klar.

Mit zur Band gehören Joo Kraus an Trompete und Flügelhorn, Helmuth Fass am Bass, Tommy Baldu am Schlagzeug und Ulf Kleiner an den Tasten – allesamt als Begleiter so genial wie als Solisten und in der Umrahmung von Fola Dadas weicher, voller Stimme allererste Wahl! Im eher jazzig orientierten ersten Set der Band ist klar zu hören, dass sie alle im Genre zuhause sind: Die Trompete im Background und doch als wesentlicher Soundmaker, das einfühlsame, akzentuierte Schlagzeug, der auffällig unauffällige Bass, das weiche, wunderbare Keyboard. Zu ihnen gesellt sich Fola Dadas intensive, feine Stimme und ihre charismatische Ausstrahlung wie das letzte Puzzleteil.

Neben den schönen Eigenkompositionen bot die Band ein paar ungewöhnliche und tolle Covers, wie etwa eine ganz eigene Version vom wenig bekannten aber wunderschönen „Korgis“-Titel „Everybody’s gotta learn sometimes“ und eine jazzige Ausführung von Bob Marleys „Wait in vain“ – inklusiv Refrain zum Mitsingen. Joo Kraus an der Trompete heimste für seine Performance im Song „Above the Night“ von der britischen Acid Jazz Band „Incognito“ spontanen Applaus ein.

Zwei Zugaben forderte das begeisterte Wimsener Publikum von „Fola Dada & The Grooving Heart Session“ und bekam sie auch: Dem Jazz-Song „My Heart“ folgte noch eine wunderbar sanfte südamerikanische Ballade, bevor der Jazz Standard „My Foolish Heart“ einen gelungenen Schlusspunkt unter ein tolles Konzert setzte.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel