Region Schwäbisch und mit dickem Bauch

MARIA BLOCHING 24.08.2015
Qualität hat mit Albkorn seit 20 Jahren einen guten Namen und seit Samstag auch ein Gesicht: Landwirte, Müller und Bäcker bereiteten den 120 Gewinnern der Jubiläumsfahrt einen rundum perfekten Tag.

Die Gewinner der Jubiläumsfahrt mit der Schwäbischen Alb-Bahn wurden am Bahnhof nicht nur von strahlendem Sonnenschein und dem bestens aufgelegten Zugbegleiter Bernd-Matthias Weckler begrüßt, sondern auch mit frischen Brezeln aus den Backstuben der neun Albkorn-Bäckereien und mit dem "Bräumeister-Pils" der Berg-Brauerei aus Albkorn-Gerste willkommen geheißen.

Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens hat die Albkorn-Erzeugergemeinschaft ein Programm auf die Beine gestellt, durch das der Spur des Brotes vom Acker bis auf den Tisch anschaulich, informativ und genussvoll gefolgt werden konnte.

Die Gewinner kamen aus allen Himmelsrichtungen, ihr Respekt vor der Arbeit der Erzeugergemeinschaft und ihre Vorliebe für beste und vor allem transparente Qualität hat sie zusammengeführt. An jedem Standort erfuhren die Teilnehmer interessante Besonderheiten, die allesamt zu einem Fazit gelangten: "Nur wenn vorne etwas Gutes reinkommt, kommt hinten etwas Gutes raus".

Ist das Getreide gut, stimmt auch die Qualität des Mehles, das schließlich für eine gute Beschaffenheit des Teiges und letztendlich für ein schmackhaftes Brot sorgt. "Die Kunst des Müllers ist es, umsichtig auszuwählen und dann ein gutes Verhältnis beim Mischen zu finden", verriet Müller Thomas Manz, der gemeinsam mit neun Mitarbeitern in der Luz-Mühle in Buttenhausen pro Jahr rund 7000 bis 8000 Tonnen Getreide vermahlt.

Wie das Korn in die Mühle kommt, wurde anschaulich in Marbach demonstriert. Das Haupt- und Landgestüt hat eigens für die Veranstaltung einen Teil des Hafers auf dem Acker stehen lassen und so konnte die Brauchtumsgemeinschaft Trailfingen ihren alten Bindemäher und ihre Dreschmaschine aktivieren und schließlich vor Ort mit der heutigen Dreschweise eines Mähdreschers in Vergleich stellen.

Einst war eine ganze Familie mit der Getreideernte, als noch von Hand gemäht und gebunden wurde, mit einem rund zwei Hektar großen Acker gut eine Woche beschäftigt, das spätere Dreschen der oft verschimmelten Garben war eine staubige Angelegenheit. Ein Mähdrescher erledigt heute die gesamte Arbeit in einer Stunde.

Wie hervorragend Albkorn schmeckt, wenn es in einem leckeren Flammkuchen verbacken wird, konnten die Zugfahrer in der Holzofenbäckerei Glocker in Gomadingen probieren. Bei der Bäckerei Marquardt in Engstingen standen für die Besucher Kaffee und Kuchen bereit, bevor sie sich in der Backstube im Brezelschlingen versuchen durften.

Schnell zeigte sich, dass dieses Handwerk eine Wissenschaft für sich ist. "Wie Fahrradfahren", befand Bäcker und Albkorn-Sprecher Michael Haug aus Genkingen und warf schwungvoll die Teigrollen durch die Luft. "Keine Brezel ist gleich, wenn man sie von Hand macht". Außerdem gibt es ja auch verschiedene Schlingtechniken: Die schwäbische Brezel hat nur einen dicken Bauch, die bayerische Brezel ist rundum dick und die badische Brezel wird anders verknotet. Natürlich kommt es auch auf einen guten Teig, auf die Jahreszeit und die Beschaffenheit des Mehles (aus frischem oder gelagertem Getreide) an. "Darauf muss ein Bäcker reagieren", machte Haug deutlich.

Die Bäckerei Marquardt präsentierte sich als traditioneller Familienbetrieb, in dem neben Tronje Marquardt auch noch seine Frau und drei Söhne beschäftigt sind. "Auch das ist Albkorn", meinte Bernd-Matthias Weckler, der die beeindruckten und zufriedenen Teilnehmer gemeinsam mit Lokführer Markus Schilling wieder sicher nach Münsingen chauffierte und sie mit einer großzügig gefüllten Albkorn-Tüte verabschiedete.