Pfronstetten Rotmilan als Retter?

Derzeit reichen die "Regionalen Grünzüge" (grüne Querschraffierung), wie hier auf einem Ausschnitt des Regionalplanentwurfs, bis an den Ortsrand heran.
Derzeit reichen die "Regionalen Grünzüge" (grüne Querschraffierung), wie hier auf einem Ausschnitt des Regionalplanentwurfs, bis an den Ortsrand heran.
RALF OTT 25.05.2012
Die Gemeinde Pfronstetten hat eine Stellungnahme zur geplanten Fortschreibung des Regionalplans entworfen. Kritisiert werden "Regionale Grünzüge" und der Windkraftstandort in Huldstetten/Geisingen.

In der Gemeinderatssitzung erläuterte Bürgermeister Reinhold Teufel die Stellungnahme der Gemeinde zur geplanten Fortschreibung des Regionalplans.

Dabei spielt auch das Thema Windkraft eine Rolle. So lehnen Gemeinde und auch eine Stellungnahme aus der Bürgerschaft das Vorranggebiet mit der Nummer 15 "Eichert Hagnich" ab. Während Anwohner den Abstand von 700 Metern zur Wohnbebauung als zu gering kritisieren, verweist die Gemeinde auf das Brut- und Nahrungshabitat eines Horststandorts des Rotmilans und militärische Einschränkungen. Nach Angaben der Wehrbereichsverwaltung Süd liegt der Huldstetter Standort unterhalb einer Strecke des Nachttiefflugsystems. Damit verbunden ist eine maximale Bauhöhe von 945 Metern. Zulässig wären allenfalls Rotoren mit einer Gesamthöhe von 180 Metern. Nicht zuletzt ist das Gros der benötigten Flächen im Eigentum der Holzgerechtigkeit Huldstetten, die bereits beschlossen hat, keine Flächen für Windräder zur Verfügung zu stellen, berichtete Teufel. Demgegenüber können sich Gemeinde und Bürger einen verstärkten Ausbau von Windrädern auf dem Hausberg in Aichelau vorstellen.

Durch die flächendeckende Ausweisung von "Regionalen Grünzügen" im Status von Vorranggebieten ergeben sich Probleme für mehrere, von der Gemeinde bereits ausgewiesene Bebauungspläne oder geplante Wohnbauflächen (wir haben berichtet). Zudem reichen diese "Regionalen Grünzüge" jeweils unmittelbar an die Ortsränder heran. Deren Status als Vorranggebiet möchte die Gemeinde in einem größeren Abstand um die Ortschaften sowie um Schuppengebiete herum als "Vorbehaltsgebiete" umwandeln lassen. Andernfalls ist ein so genanntes "Zielabweichungsverfahren" erforderlich, um noch Bauflächen ausweisen zu können.