Konzert Revival Gig: 800 singen mit

Ein bisschen Central-Park-Stimmung im Naturtheater: Simon & Garfunkel-Songs mit  der Revival Band „Graceland“.
Ein bisschen Central-Park-Stimmung im Naturtheater: Simon & Garfunkel-Songs mit  der Revival Band „Graceland“. © Foto: Joachim Lenk
Hayingen / JOACHIM LENK 12.09.2016
Seit knapp 50 Jahren gibt es Simon & Garfunkel. Dass die Musik des Folk-Rock-Duos noch heute zieht, zeigte der Revival-Abend im Naturtheater.

Nur nebenbei bemerkt. Die Nu-Metal-Band Disturbed ist aktuell mit der Coverversion „The Sound of Silence“ in den Top Ten vertreten. Die Musik von Paul Simon und Art Garfunkel ist nach wie vor generationenübergreifend beliebt. Das zeigt sich  einmal mehr vergangenen Freitagabend in Hayingen. Rund 800 junge und ältere Fans strömen ins Naturtheater, um die Hits des US-amerikanischen Duos zu hören, das selbst seit einigen Jahren nicht mehr auf der Bühne steht.

Den beiden Musikern Thomas Wacker und Thorsten Gary ist es zu verdanken, dass man die Gassenhauer von damals weiterhin live und ohne Playback auf die Ohren bekommt. Nein, die beiden Badener wollen keine Kopie sein. Nicht visuell, auch nicht stimmlich. „Nahe am Original, ohne zu kopieren“, heißt die Devise des Duos. „Mit dem nötigen Respekt vor den großen Kompositionen.“ Und dem Anspruch an sich selbst, musikalisch hochwertige Interpretationen der Welthits von Simon & Garfunkel zu bieten, sagen Wacker und Gary übereinstimmend.

Und sie haben nicht zuviel versprochen. Mit einem der populärsten Stücke beginnt die zweieinhalbstündige Reise in die musikalische Vergangenheit. Das Revival-Duo stimmt „Mrs. Robinson“ an. Schließt man die Augen, schießen einem sofort die Bilder des jungen Dustin Hofmann durch den Kopf, der von der reifen Mrs. Robinson im Film „Die Reifeprüfung“ verführt wird. Klar, „The Sound of Silence“, ein weiterer Hit aus diesem Kultstreifen der 1960er-Jahre, ist ebenfalls mit dabei.   

„Lie-la-lie“ ertönt es bei dem Megaseller „The Boxer“ aus Hunderten Kehlen im Naturtheater. Bei  „Bridge over Troubled Water“ singt auch der letzte Besucher begeistert mit. Gotthilf Fischer hätte seine große Freude an diesem Abend gehabt.

Auch als Solisten haben die beiden Musiker zahlreiche Hits geschrieben. So zum Beispiel Art Garfunkel „Bright Eyes“ und Paul Simon „Graceland“. „Graceland“ ist übrigens der Name des deutschen Revival-Duos, das ein Streichquartett samt Trommler und einer Bassgitarristin begleitet.

Viele werde sich noch an das legendäre „Concert in Central Park“ in Manhattan vor 35 Jahren erinnern. Dieser Benefizauftritt in einer lauen Sommernacht im September 1981 gehört mit rund 500 000 Besuchern nach wie vor zu einem der bestbesuchten Konzerte aller Zeiten. Die laue Sommernacht, die tolle Stimmung und eines der bestbesuchten Konzerte in Hayingen, das trifft auch auf den Gig im Naturtheater zu.          

So wie einst im Bundesstaat New York gibt es auf der Schwäbischen Alb auch „I am a Rock“ und den „Fußgängerzonen“-Hit „El Condor Pasa“ zu hören. Und „Graceland“ erinnert auch an einen Song, der seinerzeit floppte: „A Dangling Conversation“.

Nicht gefloppt hat „Here comes the Sun“. Im Gegenteil, dieser Ohrwurm war Ende der 60er, Anfang der 70er-Jahre ein Riesenhit. Stimmt, der war von den Beatles, gesungen von George Harrison. Und weil Harrion dieses Lied danach öfter mit Simon & Garfunkel auf der Bühne gespielt hat, gibt es diesen gefühlvollen Oldie auch in Hayingen zu hören.

Vasily Bystroff, der den ganzen Abend den Bogen mit spielfreudiger Inbrunst über sein Violoncello streicht, ist am Ende des Konzerts nicht mehr zu halten. Mit dem äußerst gut gelaunten Publikum wird gemeinsam geklatscht und ein kollektives „UUH!“ gerufen. Wir erinnern uns an den berühmten Schlachtruf der Isländer, der inzwischen ganz Europa verzückt hat. Ein Grund mehr für die Tribute-Band, den Besuchern noch einmal die „Mrs. Robinson“ mit auf den Nachhauseweg zu geben.

„Graceland“ hat es einmal mehr geschafft, für ein paar Stunden in längst vergangene Tage abzutauchen. Mit der Musik eines der erfolgreichsten Duos aller Zeiten. Thomas „Paul“ Wacker und Thorsten „Art“ Gary haben die Lieder auf ihre Weise nachempfunden und ihnen einen eigenen Klang gegeben. Eines ist gewiss. Viele Besucher haben am Wochenende die alten Schallplatten und CDs von Simon & Garfunkel noch einmal angehört. Als Erinnerung an alte Zeiten oder an das tolle Konzert im Naturtheater.

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