Wetter Rekorde in turbulentem Wetterjahr

Der Frosteinbruch im April sorgte in der gesamten Region für erhebliche Schäden an den Pflanzen.
Der Frosteinbruch im April sorgte in der gesamten Region für erhebliche Schäden an den Pflanzen. © Foto: Archiv
Roland Hummel 12.01.2018

Der Klimatrend zu höheren Durchschnittstemperaturen hielt auch im Jahre 2017 an. Mit einer mittleren Temperatur von 8 Grad (+1,3 Grad) war es das vierte Jahr in Folge mit einer deutlichen positiven Abweichung. Zehn Monate hatten einen Temperaturüberschuss, nur im Januar und im September war es kälter als üblich. Die erste Jahreshälfte war eher trocken, dagegen fiel reichlich Niederschlag in der zweiten Jahrehälfte. Mit 1850 bis 1950 Stunden Sonnenschein war das Jahr deutlich sonniger als normal. Richtiger Winter mit Kälte und Schnee gab es nur im Januar und im Dezember. Gewittertätigkeit gab es von Mai bis November an 32 bis 34 Tagen (normal 35).

Nach dem ruhigen und Rekordtrockenen Dezember startete das Jahr am 3. Januar mit einem Kontrastprogramm. Der Winter war plötzlich da. Das Sturmtief „Axel“ brauste über die Alb, auf seiner Rückseite fielen über 10 Zentimeter Schnee. Auf den Schnee folgte die kälteste Nacht im gesamten Jahr mit örtlich - 23 Grad. Weitere Schneefälle ließen die Schneedecke bis zur Monatsmitte auf wintersport-taugliche 20 bis 25 Zentimeter ansteigen.

Einige Kältehochs sorgten bis kurz vor dem Monatsende für stabiles und ruhiges Winterwetter. Dann lockerte sich der eisige Griff des Winters, die Kernwinterzeit war nach knapp vier Wochen wieder vorbei. Mit einem sehr milden Spätwinter im Februar endete schließlich der trockenste meteorologische Winter 2016/17 seit 41 Jahren. Herausragend war das Sturmtief „Thomas“, das mit Spitzenböen von 90 bis 100 km/h am 23. Februar über die Albhochfläche brauste und in dessen Warmsektor bis zu 16 Grad gemessen wurden.

In der ersten Märzwoche fiel etwas Schnee, dann startete der Vorfrühling aber mit voller Kraft. Besonders mild in der Folgezeit und gegen Monatsende hin sogar bereits frühsommerlich warm mit bis zu 22 Grad  verhalfen unter anderem dem März zum Prädikat „Wärmster März seit über 100 Jahren auf der Mittleren Alb“.

Bis Mitte April fühlte man sich oft wie im Wonnemonat Mai. Dann folgten zwei ausgeprägte Kälte- und Schneerückfälle. Am 20. April wurden örtlich - 9 Grad gemessen, knapp über der Schneedecke waren es stellenweise sogar – 12 Grad. Diese extreme Kälte zu der fortgeschrittenen Jahreszeit war schließlich verantwortlich für die großen Frostschäden an Bäumen und Pflanzen. Am 26. April war die Mittlere Alb von einer 15 bis 20 Zentimeter hohen Schneedecke überzogen. Seit mindestens 70 Jahren lag hier noch nie so viel Schnee zu solch einer fortgeschrittenen Jahreszeit.

Mit einem geteilten Wetterbild präsentierte sich dann der Mai. Im Wonnemonat war es zwei Wochen lang eher kühl und nass, danach wurde es sehr sonnig, trocken und sommerlich warm. Der Frühsommer startete mit wechselhaftem Wetter, Regenschauern und Gewittern. Vom 10. bis 26. Juni folgte dann aber eine außergewöhnliche sonnige, warme und trockene Wetterphase.

Die erste große Hitzewelle des Jahres mit Temperaturen über 30 Grad trat vom 19. bis 23. Juni auf. Die Alblandschaft war nun völlig ausgetrocknet. Abhilfe brachten dann einige Gewittertage mit kräftigen Regengüssen gegen Monatsende hin. Nach dem Juni 2003 war es der zweitwärmste erste Sommermonat seit über 100 Jahren auf der Mittleren Alb.

Der Hochsommer war nun zwar kalendarisch da, jedoch konnte sich jetzt kein stabiles Sommerhoch in der Region bilden. 13 Tiefs sorgten im Juli für einen feuchtwarmen Charakter mit gewittrigen Regengüssen. Besonders ergiebig schüttete es bei „Alfred“, ein stationäres Tief, das vom 20. bis 27. Dauerregen brachte.

Auch im August war es meist subtropisch warm mit häufiger Quellwolkenbildung, Schauern und Gewittern. Kleinkörniger Hagel war zeitweise auch dabei, von größeren Unwettern blieb man zumeist verschont.

Der meteorologische Sommer 2017 (Juni/Juli/August) war nach 2003 und 2015 der drittwärmste seit über 100 Jahren auf der Mittleren Alb.

Im September zeigte sich der Frühherbst nach sieben Monaten in Folge mit einem Temperaturplus von einer eher trüben und kühlen Seite. Keine Spur eines „Altweibersommers“, dagegen trat das erste Sturmtief des Herbstes „Sebastian“ auf und fegte über die Albhochfläche. Am Monatsletzten kam es besonders im Raum Hayingen zu einem richtigen Hagelunwetter mit einer Winterlandschaft.

Es folgte ein wetterwendischer Oktober mit weiteren Sturmtiefs (Xavier, Ophelia und Herwarth) von der atlantischen Wetterküche. Nur ein Hauch des Goldenen Oktobers war in der trockenen Zeit vom 10. bis 20. zu spüren. Von vielen Wetterwechseln war auch der letzte Herbstmonat November geprägt. Ab der Monatsmitte wurde es spürbar kälter, der Frühwinter machte seine ersten Startversuche mit einer dünnen Schneedecke.

Im Dezember zog dann zunächst der richtige Winter ein. Drei Wochen lang gab es eine Winterlandschaft mit einer zeitweiligen wintersporttauglichen Schneedecke. Kurzes Tauwetter war aber an manchen Tagen dabei, so dass die Schneedecke immer wieder Schwankungen aufwies.

Richtiges „Weihnachtstauwetter“ ab dem 22. Dezember führte dann aber zu den Festtagen zu einer meist grünen Landschaft, nur in geschützten Waldgebieten hielt sich noch etwas Altschnee.

Auch ein kurzes Winterintermezzo am 28. hielt nur zwei Tage lang an. Am Jahreswechsel war die Alb wieder weitgehend schneefrei. Eine milde Westwetterlage war auch für die Folgezeit vorprogrammiert.

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Grad Celsius war die mittlere Temperatur im Jahr 2017 auf der Alb. Das sind 1,3 Grad mehr als üblich. Damit gibt es in Folge im vierten Jahr eine positive Abweichung.