Hayingen Regierungspräsident ist Schirmherr

40 Pilotinnen und Piloten kämpfen bei den Deutschen Meisterschaften in Hayingen um die Meistertitel.
40 Pilotinnen und Piloten kämpfen bei den Deutschen Meisterschaften in Hayingen um die Meistertitel. © Foto: Reiner Frenz
Hayingen / Reiner Frenz 08.07.2018

Am Ende der Eröffnungsfeier erklang die Deutsche Nationalhymne: Spätestens da wurde am Freitagabend klar, dass im kleinen Städtchen Hayingen im Herzen der Schwäbischen Alb eine richtige Deutsche Meisterschaft ausgetragen wird. Während sich über dem Festzelt ein Gewitter entlud, würdigten mehrere Redner die Verdienste und die Anstrengungen des ausrichtendenden LSV Hayingen mit seinen gerade mal 30 Mitgliedern. Vereinsvorsitzender Udo Markert freute sich, dass neben Bürgermeister Kevin Dorner auch weitere, namhafte Prominenz den Weg auf das Fluggelände gefunden hatte, allen voran Regierungspräsident Klaus Tappeser, der extra zeitig angereist war, um sich von Vereinsmitgliedern diese doch eher exotische Sportart erklären zu lassen.

Markert meinte in seiner Begrüßung, dass es vor vier Jahren, als Hayingen erstmals Austragungsort einer DM war, wohl den allermeisten gefallen habe, so dass man bereits jetzt schon wieder den Zuschlag erhalten habe. Er wünschte allen Beteiligten – 40 Pilotinnen und Piloten starten in den beiden Klassen (Advanced und Unlimited) – einen fairen und unfallfreien Wettbewerb.

Klaus Tappeser, der auch Schirmherr der Veranstaltung ist, sprach von einem kleinen, aber feinen Sport, vom großen Zusammenhalt, der unter den Fliegern herrsche, die zufrieden sind, wenn sie Campen können und „gar nicht so viel drumrum“ bräuchten. Er habe Riesenrepekt vor den unglaublichen Leistungen der Luftsportler, meinte Tappeser. Dass Hayingen diese Titelkämpfe erneut austrage, das sei schon fast ein Alleinstellungsmerkmal. Und als es daraufhin laut donnerte, sprach er vom „Applaus des Himmels“.

CDU-MdB Michael Donth erklärte, dass die Deutsche Meisterschaft auf der Alb kein alltägliches Ereignis sei. Es zeige, welch großes Vertrauen die Bundesportkommission in diesen kleinen Verein setze: „Die wissen, die Hayinger kriegen das hin auch wenn sie keine 500 Mitglieder haben“. Er hoffe, dass die in der Meisterschaft steckende Arbeit in den nächsten Tagen auch durch entsprechenden Zuschauerzuspruch honoriert werde. Wer die Hayinger kenne, wisse, wie hier Ehrenamt gelebt werde. Die Leute würden anpacken ohne lang zu fragen, sei es im Naturtheater oder bei der Flüchtlingsbetreuung. Das würde auch erklären, wie ein kleiner Verein diese große Aufgabe meistern könne. Den LSV Hayingen bezeichnete Donth als „Talentschmiede“, nicht von ungefähr würden sieben der Teilnehmer für den gastgebenden Verein starten.

FDP-MdL Andreas Glück nannte die Eröffnungsfeier einen der Termine, den man als Politiker gerne wahrnehme. Schon vor vier Jahren sei er zu Udo Markert in den Flieger gesessen und habe einige der Kunstflugfiguren miterlebt: „Das war total geil“. Er versprach unter dem Beifall der Piloten, sich weiterhin für den Flugsport einzusetzen, wo es nur gehe.

Bürgermeister Kevin Dorner nannte es eine „super Leistung“, was in den vergangenen Tagen auf dem Fluggelände passiert sei. Das sei nur möglich, weil der Verein, den es seit 1956 gibt, ein so solides ehrenamtliches Fundament habe. Er habe den Flugsport erst kennengelernt, seit er Bürgermeister sei, habe aber ebenfalls schon das Vergnügen gehabt, mitzufliegen und sei deswegen wohl der einzige Bürgermeister weit und breit, der schon einen Looping über seinem Rathaus gedreht habe. Dorner dankte auch den Hayinger Bürgern, dass sie dem Flugsport so aufgeschlossen gegenüber stünden.

Walter Eisele, Chef der Segelflugkommission im Deutschen Aero Club (DAeC) dankte dem LSV für die Bereitschaft, die Meisterschaft bereits zu zweiten Mal auszutragen, zeigte sich hoch erfreut, dass so hochkarätige Politiker dies bei der Eröffnungsfeier durch ihre Anwesenheit und Reden honorieren würden. Er bedauerte, dass der Segelflugsport, bei dem die Deutschen international weit größere Meriten erwerben würden also etwa im Schwimmsport vom Deutschen Sportbund kaum gefördert werde. Man arbeite daher jetzt im Verband an einem Marketingkonzept.

Wettbewerbsleiter Marius Fink blieb es schließlich vorbehalten, die Deutsche Meisterschaft offiziell zu eröffnen. Zuvor hatte er alle Teilnehmer ermahnt, bei allem Streben nach sportlichem Erfolg die Sicherheit und Gesundheit nicht außer acht zu lassen.

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