Bürgermeisterwahl Rathauschef muss vor allem managen

Die 35-jährige IT-Architektin Alexandra Alth – hier am Areal bei der Alten Mühle – will am kommenden Sonntag bei der Bürgermeisterwahl den Chefsessel im Rathaus erobern.
Die 35-jährige IT-Architektin Alexandra Alth – hier am Areal bei der Alten Mühle – will am kommenden Sonntag bei der Bürgermeisterwahl den Chefsessel im Rathaus erobern. © Foto: Cornelia Schrenk
Gomadingen / Von Ralf Ott 17.04.2018

Als Gegenkandidatin zum amtierenden Schultes Klemens Betz hofft die 35-jährige Gomadingerin Alexandra Alth bei der Bürgermeisterwahl am kommenden Sonntag darauf, den Chefsessel im Rathaus zu erobern. Maßgeblich für ihre Entscheidung, sich als Bürgermeisterin zu bewerben, war die Kritik an einer Reihe von kommunalpolitischen Entscheidungen. „Ich rege mich schon lange auf“, sagt die IT-Architektin, die seit 12 Jahren in Gomadingen lebt, freimütig im Gespräch mit unserer Zeitung. Als Beispiel nennt sie den Verkauf des Feriendorfs. „Warum wird denn nicht gesagt, dass die hochtrabenden Pläne für eine Luxusferiensiedlung seit langem beerdigt sind?“ Die Gemeinde habe sich blenden lassen, anstatt das Gelände selbst zu erwerben. Und nun werde das Thema totgeschwiegen, anstatt die Bevölkerung über den Sachstand zu informieren.

Ärgerlich ist ihrer Auffassung nach auch der „fehlende Weitblick“ bei Projekten. „Es wird immer nur das Allernötigste gemacht“. Auch das Thema Breitbandinternet liegt ihr am Herzen. Die Gemeinde habe die von ihr kostenlos angebotene Beratung abgelehnt. „Es wäre sinnvoll gewesen, zunächst mit den Bürgern zu klären, wer sich an das Glasfasernetz anschließen lassen will“. Stattdessen werde jetzt in den Teilorten das Glasfasernetz bis zu den Verteilern ausgebaut und die restliche Strecke weiterhin mit dem Kupferkabel überbrückt. Ihr Vorschlag: Man hätte überlegen sollen, wie die Glasfaseranschlüsse bis in die Häuser verlegt werden können. „Ein Blick über den Tellerrand und das Gespräch mit den Bürgern hätte größere Erfolge gebracht“, ist Alth überzeugt.

Die Bürgerbeteiligung ist ohnehin ein wichtiges Thema für die Kandidatin. Ein Muss sind für sie jährliche Bürgerversammlungen. Ihrer Einschätzung nach geschieht zu viel im Bereich der Kommunalpolitik hinter verschlossenen Türen. „Die Sitzungsprotokolle aus dem öffentlichen Ratssitzungen werden nicht veröffentlicht und die Facebook-Seite der Gemeinde ist seit einem Jahr nicht aktualisiert worden“.

Neben dieser Kritik rückt sie die Aufstellung eines langfristigen Konzepts für die künftige Entwicklung der Gemeinde in den Fokus ihrer Aufmerksamkeit. „In Gomadingen wird nur gemacht, wofür es gerade Fördermittel gibt“, klagt sie. Ein Konzept, das umreißt, wo der Ort in 15 Jahren stehen soll, fehle dagegen.

Ein Schwerpunkt liegt für sie dabei in der verstärkten Förderung des Tourismus durch Investitionen in die Werbung. Auch staatliche Fördermittel für private Vorhaben will sie dafür einsetzen. Die Ansiedlung neuer Firmen soll für mehr Arbeitsplätze im Ort sorgen und sie will für sinnvolle Investitionen in seniorengerechte Wohnformen sorgen. Mehr Aufmerksamkeit für die Teilorte kann ihrer Ansicht nach zu einer Stärkung des „Wir-Gefühls“ beitragen.

Die künftige Nutzung der Alten Mühle möchte sie gemeinsam mit den Bürgern klären. „Hier besteht die Chance auf eine neue, lebendige Ortsmitte, von der wir alle etwas haben. Darüber muss man doch miteinander reden“. Ferner schwebt ihr eine bessere „Kundenorientierung“ der Rathausverwaltung vor und die Optimierung der Öffnungszeiten des Hallenbads.

Ihre fehlende Verwaltungserfahrung sieht sie nicht als Nachteil. Im Gegenteil: Nur jemand, der nicht aus dem Verwaltungsapparat kommt, könne für neuen Wind sorgen. „Der Bürgermeister ist in erster Linie ein Manager, der orchestrieren muss. Darüber hinaus gibt es viele Fachleute im Rathaus“. Nicht zuletzt gebe es Schulungsangebote für Jung-Bürgermeister, für die sie offen sei und an denen sie  teilnehmen wolle.

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