Fasnet Nachzählen, stempeln und „arupfa“

Anhausen / Von Ralf Ott 13.02.2018

Im Sechseck mit dem poetischen Namen „Rubin im Tal“ feierten die Indelhäuser Gomba-Deifl am Samstagabend mit einem Feuerwerk an witzigen, deiflisch guten Beiträgen ihren Hausball. 31 Akteure trugen auf der Bühne mit Musik, Vorträgen, Tänzen und Sketchen zu dem mehr als abwechslungsreichen Programm bei. „Wir müssen natürlich ein bisschen improvisieren“, berichtete Gomba-Chefin Ilona Damasch, „und haben eigens einen Zeltanbau mit Bühne aufgestellt“. Sonst wäre es im „Rubin“ schlichtweg zu eng für Darsteller und Zuschauer.

Schon die Deifl-eigene Lomba-Kapell O-Je gab das Grundmuster des Abends vor: Die Musiker erhielten begeisterten Applaus für ihre fetzigen Stücke – und das galt in der Folge auch für die weiteren Akteure. Ihr Leid auf dem Weg ins Erwachsenendasein beklagten die „Pubertiere“ Sabrina Ranz und Jule Müller, beispielsweise den speziellen Elternabend am Vortag: „Da war nur mein Vater, ein Lehrer, der Rektor und die Polizei“. Väter und Mütter nahm das Duo aufs Korn: „Meine Mutter sagt eh emmer, dein Vadder isch die Stradivari unter de Arschgeiga“. Naja, er sei ein Megakrieger – so ein Nix auf die Reihe-Krieger. Das Duo surfte souverän durch die elterlichen Unzulänglichkeiten und den unsäglichen Druck zum Beispiel morgens nach dem Aufstehen. „Mamma tschill mol, i komm scho no rechtzeitig en d’ Schual, die hot bis oise offa“.

Einen Blick in die Zukunft riskierten die „Omi’s on Tour“ um Bianca Glück – die übrigens obendrein mit ihrer lockeren Moderation durch den Abend führte. Gestärkt mit einem Likörchen schwingen sie das Tanzbein und meistern selbst den kleinen Hexenschuss ohne größere Probleme bevor der Ball dann durch Albrecht Haible und Alexander Gekeler Einblick in ein ganz neues Berufsbild bietet: Die Klorollentester von der Testung Warenstift. Bei jeder Rolle müssen schließlich die Blätter gezählt, markiert, gestempelt, im Abrissverhalten überprüft und wieder verklebt werden. Pech nur, dass die Info-Schilder fürs Publikum nicht auf der Bühne lagen, sondern Albrecht Haible jedes Mal „in den Keller“ musste – allerdings nur für ihn, fürs Publikum war es ein Vergnügen.

Ihre leidvollen Erfahrungen mit der Männerwelt brachten Simone Kloker und Claudia Bayer singend zu Gehör: „Mein Mann ließ sich beim Fremdgehen ertappen, da musst ich leider seine Bremsleitung kappen“ und schon galt der Refrain: „Wieder mal sind wir zu haben…“. Für ganz Mutige allerdings nur.

Mit einem fulminant gespielten Sketch – ganz ohne Worte – nahmen Claudia Frankenhauser als Weiblein vom Land und Manuela Hartmann als Dame von Welt die Zuschauer mit auf eine Zugfahrt, die die Letztgenannte nutzt, um sich mit Rouge, Kamm und Lippenstift aufzuhübschen. „Könnte nicht schaden“, denkt ihre Sitznachbarin, allein im Einkaufskorb fehlen die richtigen Utensilien. So muss die Margarine die Gesichtscreme ersetzen, das Weizenmehl wird zum Puder und das Gsälz zum Rouge. Und ein bisschen Schuhcreme ergibt schließlich auch einen Lidschatten – phänomenal. Nur das Abschminken (oder um es mit den „Pubertieren“ zu sagen, das „resetten“) dürfte etwas länger gedauert haben.

Gekonnten Slapstick servierten die sieben Jungs-Mädels in „Kino in Love“: Das frischverliebte Päarchen kommt leider getrennt jeweils an den Außenseiten zum Sitzen und nutzt während des Films die anderen Zuschauer, um miteinander zu turteln. Als Urlauber an der Lauter streiften dann Dieter Däubler, Christian Bachmann, Andreas Kloker und Bernd Marschnig durchs dörfliche Geschehen des vergangenen Jahres: Da ging es um den verirrten Wanderer genauso wie die Glühweinparty auf der zugefrorenen Lauter, den umgefahrenen Mülleimer oder den verpatzten Badeausflug. Zeit für die PUG-Ladies in Black, die tanzend die Stimmung anheizten – bevor Berta Scheifele von ihren „Erlebnissen im Bett“ berichtete, weil: „I be jo der Moinong, dass elle Missverständnisse en der Ehe im Schlofzimmer entstandat“. Nicht nur für die „erotische Traubennummer für den Bauchnabel“ bei der ihr Gatte nach einem Kilo eingeschlafen ist, erntete Bianca Glück brüllende Lacher.

Für den närrischen Partysound sorgten nach dem Programm schließlich die Saubachgugga.

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