Untrennbar verbunden mit der Person Josef Martin ist die auf seine Initiative hin 1991 gegründete Seniorengenossenschaft, deren Vorsitzender er noch immer ist und unermüdlich bemüht, sie weiter zu entwickeln. Das betreute Wohnen, aber auch die Tagespflege und hier insbesondere jene für Demenzkranke werden so gut angenommen, dass man auf der Suche nach weiteren Räumen ist.

Mit einem Ausbildungsgang zur Qualifizierung Helfender im bürgerschaftlichen Engagement will er auf das Pflegeneuordnungsgesetz reagieren und Menschen im Betreuungs- und Grundpflegebereich ausbilden lassen. Er orientiert sich dabei an Nordrhein-Westfalen, in Baden-Württemberg betritt er damit Neuland. "Das wird eine der großen Aufgaben für die nächste Zeit", ist er sich sicher. Nach dem Modell der Seniorengenossenschaft wurden inzwischen weitere Einrichtungen in Deutschland gegründet, aber auch in Österreich und der Schweiz und Interessenten bis aus Japan und China ließen sich informieren.

Doch es gibt ein weiteres wichtiges Ziel für Josef Martin: Die Gründung einer bürgerschaftlichen Baugenossenschaft, die in Riedlingen barrierefreien Wohnraum schaffen soll. Dazu bedarf es eines Gründungsgutachtens und das verursacht Kosten und so bittet er jene, die ihm zum Geburtstag eine Freude machen wollen, um Spenden für dieses Anliegen. Dass ihm nicht nur Ältere am Herzen liegen, beweist Martin zugleich mit seiner Mitgliedschaft im Vorstand des Fördervereins der Jugendmusikschule Riedlingen.

Kommunalpolitisch ist Josef Martin in der SPD zu Hause. Den Ortsverein Riedlingen rief er 1965 ins Leben und war lange Zeit sein Vorsitzender. Seit 1971 sitzt er für die SPD im Riedlinger Gemeinderat. Doch nicht Parteipolitik, sondern Sacharbeit und Wählerinteresse habe er in den Mittelpunkt seines politischen Handelns gestellt, stellte 2001 der damalige Landrat Peter Schneider fest, als er Josef Martin für sein ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz am Bande ans Jacken-Revers heftete.

Als "Mann des Ausgleichs" wertete er ihn zudem in seiner Funktion als Mitglied des Biberacher Kreisrat, in den er 1989 zum ersten Mal gewählt wurde und dem er heute noch angehört. Es blieb nicht die einzige Auszeichnung: Am 3. Oktober 2010 erhielt er aus der Hand des damaligen Bürgermeisters Hans Petermann die erste Bürgermedaille der Stadt Riedlingen. Außer in Riedlingen und dem Landkreis engagierte sich Josef Martin berufsständisch. Nach Abschluss seines Agrarwirtschafts-Studiums an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen hat er mehr als 40 Jahre an leitender Stelle im Absolventen-Verband und dem Hochschulbund mitgearbeitet. 1999 erhielt er die Ehrensenator-Würde.