Die Auswirkungen von Windkraft auf die menschliche Gesundheit sind nicht zu unterschätzen. Zu beweisen, dass Windkraftanlagen gesundheitliche Auswirkungen haben, ist schwer. Diese Erfahrung hat Konrad Saum, Nebenerwerbslandwirt und Ingenieur aus dem Hochschwarzwald, gemacht.

Aus dem einstigen Windkraftbefürworter ist ein vehementer Gegner geworden. 17 Jahre lang wohnte er in direkter Nachbarschaft zu einem Windpark, die erste Anlage baute er sogar selbst auf der eigenen Wiese und kassierte dafür 50 000 Euro. Nach und nach kamen sechs weitere in direkter Nachbarschaft hinzu, manche gerade einmal mit einem Abstand von 380 Metern, 420 Metern und 690 Metern.

Mit der Zeit machten sich bei dem 50-Jährigen und seiner Familie vermehrt gesundheitliche Probleme bemerkbar. Tiere verendeten, Kälber kamen mit Missbildungen zur Welt oder starben nach einigen Wochen.

„Das kann kein Zufall mehr sein“, stellte Konrad Saum fest. Bei ihm und seiner Familie wurden Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Herzrasen, Gehörprobleme, unkontrolliertes Zittern, Herzrhythmusstörungen, Antriebslosigkeit und vieles mehr diagnostiziert: „Alles Symptome, die in anderen Ländern längst bekannt sind, bei uns aber totgeschwiegen werden“. Saum zeigte sich bei seinen Ausführungen am Samstag in der Pfronstetter Albhalle überzeugt davon, dass das Zusammenwirken von Infraschall und der Verwirbelung des Windes krank machen. Entscheidend seien der Abstand und auch die Richtung, in der die Anlage zum Haus stehe.

„Ich bin der Meinung, dass gegen jedes einzelne Windrad auf dem Land und im Wasser vorgegangen werden muss“. Saum hat in der Zwischenzeit seinen Landwirtschaftsbetrieb aufgegeben und ist weggezogen.

Der Allgemeinmediziner Dr. Bernhard Kuny sprach sich für einen Mindestabstand der Windanlagen von zehnmal die Höhe aus. „Das ist absolut notwendig und muss unsere Forderung sein“. Er sprach in seinem medizinisch unterlegten Vortrag das lästige nächtliche Blinken im Discoeffekt an und bezeichnete den Schattenwurf als „Stress, Ärger und Ablenkung fürs menschliche Auge“. Auch durch Brand, Eisabwurf und Eisabfall könnten Gefahren für die Gesundheit auftreten.

Am massivsten jedoch leide der Mensch in der Nähe von Windkraftanlagen unter tieffrequentem Lärm, so gut wie nicht hörbar fürs Ohr, aber dennoch wahrnehmbar mit Auswirkungen. „Je größer die Anlagen und die Rotoren, desto höher der Lärm durch tieffrequente Töne“. Keine Dämmung schaffe es, diese Töne auszuschließen, tieffrequente Töne würden als Wummern und Dröhnen stetig aufgenommen.

Längst sei nachgewiesen, dass Infraschall im Gehirn Emotionen auslöse. Mit 45 Dezibel werden die Grenzwerte des Lärms für Kern-, Dorf- und Mischgebiete ausgewiesen, die Unterhaltungssprache liegt im Geräuschempfinden von 50 Dezibel. Es sei ein kontinuierliches, monotones Geräusch, das sich mit großer Impulshaltigkeit verschärfe und an das sich das Ohr nicht gewöhnen könne. „Das löst Schwindel, Tinnitus, Angstgefühle sowie Schlaf- und Konzentrationsstörungen aus“, zeigte Kuny auf.

Der Allgemeinmediziner kritisierte, dass zu wenige Messungen von den Betreibern stattfinden und dass die bisherigen Lärmmessungen ungeeignet seien. „Wenn Sie Bedenken haben, müssen Sie sich jetzt wehren, sonst rennen Sie später hinterher“. Die Dosis von Intensität mal Dauer mache die Wirkung.