Der 1963 in Hornberg an der Schwarzwaldbahn geborene Polizeihauptkommissar lebt seit Oktober vergangenen Jahres zusammen mit seiner Frau Simone Lainer auf Schloss Ehrenfels. Den Wunsch, auf die Alb zu ziehen, hatten die Lainers aber schon früher. "Wegen der schönen Landschaft und der Ruhe. Aber die Kinder haben nicht mitgemacht", erzählt der 51-Jährige schmunzelnd. Inzwischen sind die beiden Kinder erwachsen und außer Haus - "da haben wir die Chance auf eine Wohnung auf Schloss Ehrenfels gleich genutzt."

Dort erfuhren die Lainers dann auch, dass in Hayingen ein Nachfolger für Bürgermeister Robert Riehle gesucht würde. "Meine Frau sagte dann gleich, bewirb dich doch", erzählt Michael Lainer. Damit sei "eine Saat gesät" gewesen, schildert der zweifache Vater, dass er sich anschließend "immer intensiver damit beschäftigt" hatte. Bis zum Entschluss zur Kandidatur.

"Jetzt kann ich noch etwas Neues machen", sagt der 51-Jährige. Zumal der Hauptkommissar seit der Polizeireform "nicht ganz glücklich" mit seinem Dienstposten ist. War Lainer zuvor Polizeiführer vom Dienst im Revier Böblingen, ist er nunmehr Dienstgruppenleiter im Autobahn-Streifendienst und zugleich für die Aufnahme aller schweren Verkehrsunfälle in den Landkreisen Böblingen und Ludwigsburg zuständig. Drei Tage in der Woche lebt er daher in einem Zimmer in Vaihingen und pendelt.

Auf die künftigen Aufgaben als Bürgermeister sieht sich Lainer gut vorbereitet. Der Schwarzwälder studierte an der Fachhochschule der Polizei in Villingen-Schwenningen Verwaltungswirtschaft und schloss mit dem Diplom ab. "Auch an der Polizeihochschule haben wir uns mit öffentlichem Dienstrecht und Betriebswirtschaft beschäftigt", berichtet Lainer. Und sagt: "Ich bin 34 Jahre im öffentlichen Dienst tätig, da weiß ich, wie der Hase läuft."

Als wichtigste Zukunftsaufgabe für Hayingen bezeichnet Lainer den Umgang mit dem demografischen Wandel. "Wir müssen die jüngere Generation hierbehalten", ist er überzeugt. "Ein Schlüssel dazu sind die Vereine. Wer sich hier einbringt und wohlfühlt, der bleibt auch."

Auch im Wahlkampf will sich Lainer daher bei möglichst vielen Vereinen vorstellen, außerdem hat er die Ortsvorsteher, das Deutsche Rote Kreuz und die Freiwillige Feuerwehr im Blick. "Wenn es zeitlich reicht, will ich auch in den Ortsteilen kleine Veranstaltungen organisieren, um mich den Bürgern vorzustellen", kündigt Lainer an, der seinen Wahlkampf neben seiner Tätigkeit bei der Polizei schultern muss.