Fünf neue Infotafeln sind dieser Tage im Zwiefalter Gemeindegebiet aufgestellt worden. Sie stehen an Flächen, die im Rahmen des Projektes „Natur nah dran“ in Zwiefalten angelegt wurden. Zusammen mit dem NABU und gefördert durch das Umweltministerium hat die Gemeinde kleine Biotope für mehr biologische Vielfalt im Siedlungsraum geschaffen.

15 000 Euro Fördergeld

„Wir haben uns mit Städten wie Ludwigsburg oder Ravensburg um die Aufnahme im Projekt beworben“, berichtete Bürgermeister Matthias Henne, der sich erfreut zeigte, dass Zwiefalten zum Zug gekommen ist.

Immerhin winken der Gemeinde 15 000 Euro Fördergelder für das Anlegen der naturnahen Flächen, so dass Matthias Henne auch von einer „Win-Win-Situation“ sprach. Schließlich handele es sich um Parzellen, deren Pflege bislang großen Aufwand erforderte.

Eine der Flächen mit rund 100 Quadratmetern ist bei der Münsterschule zu finden, ein abschüssiger Hang, der bislang viel Arbeit bereitete. Jetzt muss man ihn nur noch einmal im Jahr mähen, den Rest macht die Natur. „Wir tun uns jetzt viel leichter“, bestätigte Robert Stehle, Technischer Leiter der kommunalen Einrichtungen. Im Rahmen eines Workshops waren er und seine Bauhof-Mitarbeiter Willi Schmid und Olaf Zistel in Ludwigsburg fit gemacht worden in die Umsetzung des Projekts.

Die fünf Flächen mit gesamt rund 700 Quadratmetern waren anschließend ausgekoffert worden. Eingetragen wurde eine 20-Zentimeter-Schotterschicht in die Kompost eingearbeitet wurde. In den neuen Untergrund kamen kleine Stauden und Samen für blühende Blumenwiesen.

Blühende Blumenwiesen

Und zum Schluss wurden die Infotafeln aufgestellt: „Mit den Tafeln weden die Bürger darauf aufmerksam gemacht, welch wertvolle Flächen wir mit ,Natur nah dran’ vor ihrer Haustür angelegt haben“, so Matthias Henne.

Die nun entstehenden Wildblumenwiesen würden im Sommer nicht nur toll aussehen, sondern „Bienen, Hummeln und Schmetterlingen als wichtige Nahrungsquelle dienen“, betonte Martin Klatt, Projektleiter von „Natur nah dran“ beim NABU Baden-Württemberg. „Im Winter finden die Tiere dank stehen gelassener Pflanzenstängel und Blättern Schutz und Unterschlupf“, fügte er an.

Drei der Zwiefalter Tafeln zeigen mit Bildern von Schachbrettfaltern, Stieglitz und Hummel potentielle tierische Besucher der Flächen. Ein Text informiert über die Vorzüge der Wildpflanzen und ihren Wert für die Tierwelt. Die anderen beiden Schilder weisen Verkehrsteilnehmer darauf hin, dass sie gerade an einem Lebensraum für die biologische Vielfalt“ vorbeifahren. Hergestellt wurden die Infotafeln aus besonders langlebigen und witterungsbeständigen Harzverbundplatten.

Jährlich werden zehn Kommunen ausgewählt


„Natur nah dran“ ist ein Projekt zur Förderung der biologischen Vielfalt im Siedlungsraum. Von 2016 bis 2020 unterstützt der NABU jährlich zehn Kommunen bei der Umwandlung von jeweils bis zu fünf Flächen in artenreichen Blumenwiesen und Wildstaudensäume. Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Badn-Württemberg sowie im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes. Zwiefalten wurde im vergangenen Jahr zusammen mit neun anderen Kommunen aus fast 60 Bewerbungen ausgewählt. ab