Regionales Markt mit besonderem Flair

Von Maria Bloching 13.08.2017

Keiner der Standbetreiber hätte sich angesichts des strömenden Regens am Samstagmorgen vorstellen können, dass die Anbieter bereits mit Eröffnung des Vespermarktes am späten Nachmittag von Besuchern, bewussten Verbrauchern und Genießern regelrecht überrannt werden. Und doch: „Ansturm und Nachfrage sind enorm“, meinte Anita Bendel aus Sonderbuch, die schon nach einigen Stunden zum ersten Mal für Nachschub an Landeiern, Eierlikör und Nudeln sorgen musste. „Die Eierkrise lässt grüßen. In Skandalzeiten können wir immer eine höhere Nachfrage verzeichnen, so auch diesmal“. Sie hätten ihren Stand später aufgebaut, um die Produkte vor dem Regen zu schützen. Niemand sei sich so ganz sicher gewesen, ob überhaupt Besucher kommen würden. „Es ist einfach herrlich. Dieser Vespermarkt hat einen Namen und gehört ebenso zu Zwiefalten wie der Weihnachtsmarkt“, freute sich Bendel.

Auch Pia Münch konnte an ihrem Stand mit Wurst aus eigener Erzeugung gute Umsätze verzeichnen. „Es ist unglaublich viel los. Wenn es heiß ist, trinken die Gäste mehr. Wenn es kühler ist, essen sie. Heute haben wir richtiges Esswetter. Man kann ein paar Stunden sitzen, einkaufen und genießen. Alles passt“, meinte sie und machte sich rasch nach Hochberg auf, um mehr Dosenwurst zu beschaffen.

Nachschub nötig

„Bisher waren wir immer vom Wetter verwöhnt. Doch dass heute so viel los ist zeigt, wie sich der Vespermarkt etabliert hat“, war von Regina Fauser von der Pfronstetter Schäferei zu hören. Schon eine Stunde vor offiziellem Beginn gingen ihre Schafprodukte weg, insbesondere Wurst und Seifen erfreuten sich einer guten Nachfrage. „Zu uns kommen an diesem Tag auch viele Stammkunden, die in dieser schönen Atmosphäre einkaufen wollen“. Für Fauser ist diese Veranstaltung „der beste Markt überhaupt“ mit den besten Umsätzen.

Von „optimalen Bedingungen“ sprach auch Zwiefaltens Bürgermeister Matthias Henne, der es sich zusammen mit dem Bundestagsabgeordneten Michael Donth und geschätzten 2.000 wechselnden Besuchern zwischen Rathaus und Münster bei Essen und Trinken gemütlich machte.

Abwechslungsreiches Angebot

Besonders erfreulich für die Erzeuger von landwirtschaftlichen Produkten und für die kreativen Gastronomen an ihren Ständen: „Es wird nicht nur geschaut, sondern auch eingekauft, gegessen und getrunken“. So machten es auch die drei Männer aus Daugendorf, für die der Besuch jedes Jahr ein Muss ist. Sie stellten sich mit ihrem Viertele Metzinger Hofsteige an einen der Stehtische, genossen das „schöne Ambiente und die hübschen Frauen“.

Ebenso wie die vielen Besucher aus einem Umkreis von rund 50 Kilometern schätzten sie das abwechslungsreiche Angebot an hochwertigen regionalen Produkten mit Honig, Käse, Gemüse, Eiern, Nudeln und vielem mehr. Zum gemütliche Flair zwischen den Ständen und Sonnenblumen trugen auch Leierkasten- und Akkordeonmusik bei.

Dazu gab es mit  Schaubrauen im Bierhimmel von Zwiefalter Klosterbräu, mit einer Führung zu den Biberburgen im Aachtal und durchs Münster sowie mit dem Besuch von Psychiatriemuseum und Peterstormuseum ein kurzweiliges Rahmenprogramm, von dem viele Vespermarktgäste Gebrauch machten. Bei angenehm milden Temperaturen und trockenem Wetter ließ es sich dann schließlich bis in die Nacht hinein angenehm sitzen und Geselligkeit wie auch kulinarische Leckereien genießen.