Im Herbst soll der zweite Klärwärter die entsprechende Ausbildung absolvieren. Da die Anlage zudem inzwischen immerhin 30 Jahre alt und die technischen Anlagen störanfällig geworden sind, sind oft kurzfristige Entscheidungen gefragt, beispielsweise ob sich eine Reparatur noch lohnt oder ob defekte Teile komplett erneuert werden müssen. Das Know-how hierzu fehlt in Zwiefalten derzeit zunehmend, da Kläranlagen-Leiter Heinz Bertsch demnächst in den Ruhestand verabschiedet wird. Der Gemeinderat stimmte daher einem Vertrag über eine fachtechnische Betriebsbetreuung durch das Rottenburger Ingenieurbüro Weber zu.

Dessen Fachleute haben bereits in der Vergangenheit die Münstergemeinde mehrfach in Sachen Kläranlage beraten, nun soll dies auf eine vertragliche Grundlage gestellt werden. Dabei ist keine pauschale Bezahlung vorgesehen, sondern eine Honorierung nach zeitlichem Aufwand in stundenweiser Abrechnung. Der Vertrag ist zunächst ein Jahr gültig und kann kurzfristig alle drei Monate gekündigt werden.

"Wir müssen Fachkompetenz mit ins Boot holen", erklärte Zwiefaltens Kämmerer Gerhard Manz, der sich seitens der Verwaltung auch um die Ver- und Entsorgung kümmert. "Wir haben das Landratsamt im Genick, das erhebliche Anforderungen stellt", klagte Manz, der zur externen Beratung derzeit keine Alternative sieht. "Wir müssen das auch haftungsmäßig sehen."

Im Gemeinderat sah man den Bedarf durchaus als gegeben an. "Wenn erfahrene Leute aussteigen, ist das eine gute Absicherung", meinte etwa Gerhard Wax. Mehrere Räte forderten allerdings, die Kosten im Auge zu behalten und den Beratervertrag in einem Jahr erneut vor dem Gemeindegremium zu besprechen. "Bei den neuen Mitarbeitern wird die Fachkompetenz ja auch wachsen", hofft Klaus Käppeler langfristig auf Einsparungen.

Gerhard Manz konnte ihm wenig Hoffnung machen. "Es wird eher mehr werden", so der Zwiefalter Kämmerer. Und das könnte für die Münstergemeinde noch teuer werden. "In zwei oder drei Jahren müssen wir etwas an der Belüftung machen", kündigte Manz an. Ein vergleich mit Hayingen sei indes nicht angebracht. "Unsere Kläranlage ist vier Mal so groß wie die in Hayingen", erklärte Manz gegenüber den Gemeinderäten.