Mehrstetten Klänge erinnern an die Schulzeit

In diesem Jahr feiert die Musikkapelle Mehrstetten ihr 75-jähriges Jubiläum. Mit ihrem Konzert am Ostersonntag gelang ihr ein fulminanter Auftakt der Feierlichkeiten. Foto: Maria Bloching
In diesem Jahr feiert die Musikkapelle Mehrstetten ihr 75-jähriges Jubiläum. Mit ihrem Konzert am Ostersonntag gelang ihr ein fulminanter Auftakt der Feierlichkeiten. Foto: Maria Bloching
Mehrstetten / MARIA BLOCHING 02.04.2013
Mit einem fulminanten Konzert eröffnete die Musikkapelle Mehrstetten am Ostersonntag ihr Jubiläumsjahr. Den mehr als 300 Besuchern wurde mit "So klingt Mehrstetten" anspruchsvolle Blasmusik präsentiert.

Eines wurde bei diesem beeindruckenden Konzert von Jugendkapelle und Musikkapelle Mehrstetten auf den ersten Blick und auf den ersten Ton deutlich: Das Jubiläumsjahr 2013 wird ein Highlight, hinter dem das ganze Dorf steht und das wohl noch lange nachklingen wird. Hier nimmt die Blasmusik einen ganz besonderen Stellenwert ein, Jung und Alt bilden eine musikalische Gemeinschaft, die zum Wohl der Allgemeinheit und zur eigenen Freude auf höchstem Niveau ihre Instrumente zum Klingen bringt.

Mächtig an der Spielerzahl und imposant in der Wirkung des ausdrucksstarken Auftritts begeisterten sowohl die rund 35 jungen Musiker der Jugendkapelle, wie auch die 67 Aktiven der Musikkapelle, die anlässlich ihres 75-jährigen Vereinsjubiläums musikalische Höhepunkte aus den vergangenen Jahren zum Besten gaben. Mit "Pasadena" von Jacob de Haan gelang dem in den einzelnen Registern stark besetzten Vereinsnachwuchs ein explosiver Auftakt, dem anschließend das wohlklingende und in Rhythmik und Technik anspruchsvolle dreisätzige Medley aus schottischen Volksliedern "From the highlands" von Marco Pütz in nichts nachstand. Zum letzten Mal trat die Jugendkapelle in dieser Besetzung auf. Nach den Sommerferien setzt sie sich neu zusammen - viele Neueinsteiger rücken nach, erfahrenere Musiker wechseln in die aktive Kapelle über. Und auch Nina Schmauder gibt als musikalische Leiterin den Dirigentenstab ab, laut Vereinsvorsitzenden Marcel Schmauder wird bis zum Sommer ihre Nachfolge aus den eigenen Reihen geregelt sein. Eindrucksvoll leitete die Jugendkapelle mit Freddy Mercurys "Bohemian Rhapsody" und einem "Abba-Medley" zum Jubiläumsprogramm des großen Orchesters über.

Niveauvolle Blasmusik hat in Mehrstetten ebenso Tradition, wie die dazugehörende Tracht der Spieler, die vor 35 Jahren angeschafft und längst zum Erkennungsmerkmal der Musiker geworden ist.

Feierlich eröffnete die Musikkapelle ihren Konzertteil mit "Flashing Winds" von Jan Van der Roost, einem klangvollen Stück, bei dem sich lyrische Melodien mit rhythmischen Spielereien abwechseln. Gewohnt souverän führte Andreas Mayer den Taktstock, für das Jubiläumskonzert hatte er ein abwechslungsreiches und anspruchsvolles Programm zusammengestellt, das die ganze Bandbreite des musikalischen Könnens seiner Kapelle aufzeigte. So glänzten die Musiker in "Ross Roy Ouverture for Band" von Jacob de Haan, das die Konzertbesucher noch einmal ihre Schulzeit mit allen Höhen und Tiefen durchleben ließ: Die Disziplin wurde mit Marschklängen dargestellt, die erste große Liebe mit einem explosiven Zwischenteil, orientalische Töne malten die Vielfalt der Kulturen, während scherzhafte und humorvolle Weisen an diese schöne Zeit erinnerten und schließlich getragen diese wichtigen Momente des Lebens krönten.

In die spannende und abenteuerliche Welt von James Bond durften die Konzertbesucher mit "Selection" von Johan de Meij eintauchen, während "Pirates of the Caribbean" von Klaus Badelt in die Weiten der Meere, in eine atemberaubende Kulisse und in die raue Piratenwelt entführte. Hier waren die Musiker wie auch in "Ouverture to a New Age" von Jan de Haan in einfühlsamer und leidenschaftlicher Intonierung gefragt, mit einer erstklassigen rhythmischen Technik und einem harmonischen Zusammenspiel meisterten sie jede musikalische Herausforderung mit Bravour.

So gelang es dem Orchester auch, mit "The Phantom of the Opera" von Andrew Lloyd Webber die Pariser Unterwelt samt unheimlichen Gestalten, Mystik, Liebe und Leidenschaft nach Mehrstetten zu holen, bevor es sich mit feurigem Rhythmus und melancholischen Phrasen in "Leichte Kavallerie" von Franz von Suppé wirkungsvoll verabschiedete.

Der begeisterte Beifall des Publikums belohnte die Musiker für diesenbeeindruckendenKonzertabend und ließ erst nach zwei gewährten Zugaben nach.