Zwiefalten Kindergartenkinder finden Schatzkiste im Wald

 Der vom Räuber Zappzarapp versteckte und von den Kindergartenkindern gefundene Schatz wurde an die Kinder verteilt.
 Der vom Räuber Zappzarapp versteckte und von den Kindergartenkindern gefundene Schatz wurde an die Kinder verteilt. © Foto: Heinz Thumm
Zwiefalten / Heinz Thumm 07.06.2018

Einmal im Monat erleben die Kinder vom Kindergarten St. Gertrud in Zwiefalten einen Tag im Wald. Dafür wurde im Gemeindewald Gewand Steingarten ein gut begehbares Areal ausgewählt und mit Flatterband abgegrenzt. Treffpunkt ist immer auf dem großen Waldsofa und von da aus werden Aktivitäten gestartet.

 Die Begeisterung der Kinder ist jeweils riesengroß. Da werden ein paar liegende Bäume zum Klettern benutzt, einige Baumstumpen bestiegen und vielerlei Entdeckungen auf dem Waldboden gemacht. In kleinen Gruppen wird die Fläche erforscht und dabei viele Überraschungen entdeckt – kleine und große Steine, Schneckenhäuser, Blumen und Pflanzen aller Art.

 Nach einer ersten Erkundungstour treffen sich alle Kinder zum Frühstück auf dem Waldsofa. Sorgfältig wird dann der Rucksack ausgepackt und die Vesperdose geöffnet. Im Wald schmeckt freilich alles mitgebrachte ganz besonders gut und so wird ausgiebig gevespert und auch mit den Freunden getauscht.

 Beim letzten Waldtag war ein Überraschungsgast mit dabei, Franz Schmucker, Schreinermeister aus Baach. Er hatte in alten Zetteln Aufschreibe vom Räuber Zappzarapp gefunden und erzählte den Kindern von einer Schatzkiste, die genau in dem Waldteil, in dem sich die Kinder aufhielten, versteckt sein soll. Da gab es kein Halten mehr und alle Kinder machten sich auf, um die Schatzkiste zu suchen.

 Es dauerte einige Zeit bis eine kleine Gruppe unter zahlreichen Ästen versteckt eine alte Holzkiste fand. Gemeinsam wurde die Kiste ins Freie gezogen und untersucht. Doch die Kiste war verschlossen. Da war guter Rat teuer. Doch Franz Schmucker hatte ein Vorschlag. „In meiner Werkstatt ist eine ganze Schachtel mit Schlüsseln vorhanden“, erzählte er den Kindern. Gemeinsam zogen die Kinder die Kiste an den Waldrand und verluden sie in einem Auto zum Transport in den Kindergarten. Der Schreinermeister versprach den aufgeregten Kindern am nächsten Tag mit der Schlüsselschachtel in den Kindergarten zu kommen und dort die Schlüssel auszuprobieren. Aufgeregt gingen die Kinder an diesem Tag      zurück vom Wald.

 Am nächsten Tag kam Franz Schmucker tatsächlich mit einer großen Schachtel voller Schlüssel in den Kindergarten. In einem großen Kreis warteten die Kinder auf die weiteren Schritte. Zunächst durfte jedes Kind sich einen Schlüssel nehmen. In einer langen Reihe aufgestellt versuchten die Kinder eins nach dem anderen, welches nun der passende den Schlüssel sei. Die Geduld wurde auf eine lange Probe gestellt bis dann plötzlich ein Schrei ertönte: „Die Kiste geht auf!“

 Voller Neugier wurde vorsichtig der Deckel angehoben und der Inhalt der Kiste ausgeräumt. Da kamen eine dicke Wolljacke, ein Sack, eine alte Laterne, eine Pfanne, eine Pfeife, eine Ledertasche, ein paar Knochen und zwei Socken voller Silberlinge zum Vorschein. Da strahlten die Kinderaugen als die Strümpfe ausgeleert wurden und in die Pfanne klapperten.

 In der Ledertasche fand Franz  Schmucker ein paar Zettel und las vor, dass der Räuber Zappzarapp der rechtmäßige Besitzer des Münzschatzes sei. Er hatte wohl die Kiste vor seinen Verfolgern versteckt und dann selber nicht mehr gefunden.

 Die Freude war groß als der Schreinermeister ankündigte, dass jedes Kind sich drei Silberlinge entnehmen und als Schatzanteil mit nach Hause nehmen dürfe. Später gab es noch ein altes Geldstück dazu. Voll Freude sangen die Kinder ein gemeinsames Lied und pressten ihre Silberlinge fest in die Hand hinein, damit ja nichts verloren ging.