Motorsport Kevin Arnold startet in seine zweite Motorsportsaison

Kevin Arnold hat in Aichelau einen Reifenhandel eröffnet, den er zusammen mit seinem Vetter Joshua betreibt.
Kevin Arnold hat in Aichelau einen Reifenhandel eröffnet, den er zusammen mit seinem Vetter Joshua betreibt. © Foto: Reiner Frenz
Aichelau / Reiner Frenz 14.04.2018

Vergangenes Jahr, mit 17, ist Kevin Arnold eingestiegen in die Rennfahrerszene. Der Aichelauer hatte am Audi TT-Cup teilgenommen (wir berichteten), dabei „enorm viele Erfahrungen“ gesammelt. „Ich habe auch Fehler gemacht“, sagt er, einige, die er heute sicher nicht mehr machen würde, aber auch aus den Fehlern habe er gelernt.

Zwölfter von 17 Fahrerinnen und Fahrern wurde der Pfronstetter in der Endabrechnung. Highlight war sicher der Podiumsplatz auf den Nürburgring. Doch der Audi TT-Cup ist passé, wird in diesem Jahr gar nicht mehr ausgetragen. Für Kevin Arnold ist dies aber beileibe nicht das Ende der Rennfahrerkarriere. Nächster Schritt für ihn ist der DMV GTC-Cup. Er ist im Rutronik-Team mit einem Audi RS3 LMS am Start, einem Tourenwagen mit 350 PS und einem Drehmoment von 460 Newtonmeter. In vier Sekunden beschleunigt der Rennwagen von 0 auf 100 km/h und erreicht ein Spitzentempo von 265 km/h.

„Es ist ein tolles Auto, das nagelneu auf den Markt gekommen ist“, freut sich Kevin Arnold auf die neue Herausforderung, die an diesem Wochenende auf dem Hockenheimring beginnt. Er wird viel mehr Möglichkeit haben, die Einstellung des Autos zu optimieren, was dem angehenden Mechatroniker entgegen kommt. Auch die Rennen dürften weit spannender werden als beim TT Cup, sind doch Fahrzeuge mit Leistungen von 350 und 700 PS am Start. „Da ist vorausschauendes Fahren angesagt“, weiß der Aichelauer.

Drei Rennen am Wochenende

Die Rennen in diesem Jahr werden ihn oft ins Ausland führen, nach Monza, Dijon, Salzburg oder Zolder, dazu im Inland noch an den Nürburgring. Pro Wochenende wird es drei Rennen geben, damit auch drei Qualis. Eines der Rennen wird eine Stunde, die beiden anderen jeweils eine halbe Stunde dauern, weiß Arnold.

Just for Fun macht Kevin Arnold all dies nicht, sieht es als Teil dessen, was er im weiteren Leben anstrebt. Und da steht natürlich die Firma seines Vaters Roland im Vordergrund, Paravan. Die Firma entwickelt gerade Lösungen zum autonomen Fahren, ist Teil einer weltweiten Revolution und Kevin Arnold testet in seinen Rennfahrzeugen Komponenten, die später in Serie eingebaut werden sollen: „Was im Rennen funktioniert unter extremen Bedingungen, das funktioniert auch auf der Straße“, weiß er. Der „Popometer“ des inzwischen schon routinierten Rennfahrers hat schon mehrfach einen Beitrag zur Verbesserung von eingebauten Teilen geleistet, pflichtet Vater Roland bei.

Neben Renn- und Testfahrer ist Kevin Arnold aber auch Händler. Ganz neu hat er dort, wo einst für seinen Vater alles begann, einen Reifenhandel aufgebaut, den er zusammen mit seinem Vetter Joshua Arnold betreibt. 600 Reifen sind in Aichelau auf Lager, zumeist solche der hierzulande noch eher unbekannten Marke Syron, die er selbst auch fährt und die gut und günstig seien. Aber auch jede andere Reifenmarke kann natürlich bei ihm geordert werden.

Die Hebebühne ist noch die gleiche, die Kevins Vater seinerzeit in Betrieb hatte, ansonsten ist aber alles auf dem neuesten Stand der Technik, so dass Grammgenau ausgewuchtet werden kann.

Damit aber nicht genug: Kevin Arnold ist Vertragspartner von OTC-Tuning, einer Schweizer Firma, die vor allem Software entwickelt, mit der Fahrzeuge aufgepeppt werden können.

Was Kevin Arnold schließlich außerdem noch vor hat, ist Fahrsicherheitstrainings auf dem Paravan-Platz in Aichelau anzubieten, für Senioren aber auch für jüngere Interessentinnen und Interessenten. Kurzum: Ein Tausendsassa rund ums Auto.

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