Engstingen Jungs jagen, Mädels basteln Grundschüler begeistert von Erlebnistag

Reise in die Vergangenheit: Beim Walderlebnistag spitzten die Schüler Speere an, bastelten Steinschleudern und Pfeile. Foto: Joachim Lenk
Reise in die Vergangenheit: Beim Walderlebnistag spitzten die Schüler Speere an, bastelten Steinschleudern und Pfeile. Foto: Joachim Lenk
Engstingen / JOACHIM LENK 24.05.2012
So macht der Unterricht Spaß. Einmal den heimischen Wald mit allen Sinnen erkunden. Dieses Erlebnis hatten 150 Schüler der Grundschule Kleinengstingen. Ein Tag, den sie so schnell nicht vergessen werden.

Die Kleinengstinger Grundschule veranstaltet jedes Jahr ein Schulfest. Am vergangenen Dienstagnachmittag stand das Thema Walderlebnistag auf dem Stundenplan. Gemeinsam mit zehn Lehrern marschierten die acht Klassen Richtung Willy-Werner-Sportanlage, die sich mitten im Gemeindewald befindet.

Dort warteten bereits drei Förster, zwei Gemeindewaldarbeiter, ein Hobbybienenzüchter, Eltern und Lehrer, die sich verschiedene Stationen ausgedacht hatten. Das Mitmachen bei der "Reise in die Vergangenheit" war so gefragt, dass die Plätze unter den Schülern ausgelost werden mussten. Besonders bei den Jungs stand diese Station ganz hoch im Kurs. Unter Anleitung von Revierförster Andreas Hipp durften sie Fallgruben ausheben, Speere anspitzen, Steinschleudern basteln und mit selbst gemachten Pfeilen und einem Bogen auf Strohballen schießen.

Von Kollege Martin Mauser erfuhren die Kinder, bei welchen Bäumen es sich um Buchen, Eichen, Fichten und Ahorns handelt. Auch die Tiere, die dort leben, wurden besprochen. Dazu zählen unter anderem Hasen, Dachse, Rehe, Marder, Mäuse und Hermeline. Natürlich bekamen die Schüler auch gesagt, was sie im Wald auf keinen Fall tun dürfen: "Feuer machen, Tiere töten, Müll wegwerfen und Pflanzen herausreißen."

Besonders bei den Mädchen waren die Naturmandalas gefragt, die sie aus Blättern, Zweigen, Blüten, Tannenzapfen, Moos, Kräutern, Blumen und Gräser formten. Die gleichen Naturmaterialien kamen auch bei der Kunstwerkstatt ein paar Hundert Meter weiter zum Einsatz. Dort wurden mit Ton lustige und gespenstische Waldgesichter geknetet und an Bäumen und Ästen befestigt. Nicht weit davon entfernt gestalteten die Jungs und Mädchen einen Barfußpark aus Steinen, Blättern, Tannenzapfen, Nadelzweigen, Farn und Rindenmulch. Die ganz Kleinen bauten derweil mitten im Wald eine Zwergenstadt aus Moos und Blättern.

Rechtzeitig zum Start des gemütlichen Schülerhocks traf Forstdirektor im Ruhestand Werner Goerlich mit einer ganzen Schar Kinder am Sportheim ein. Gemeinsam waren sie mit Karte und Kompass zwischen den Bäumen unterwegs.

Nicht nur die Kinder, auch Rektorin Martina Helli war von diesem Nachmittag im Wald mehr als begeistert. Kein Wunder, dass bereits laut darüber nachgedacht wurde, so einen Tag wieder einmal auf den Stundenplan zu nehmen.