Vinc, Julian und Jojo hatten am Samstag im Meidelstetter Adler ihren Fanclub gleich dabei: In vorderster Reihe fanden sich vor allem die weiblichen Fans - was nicht weiter verwundert, denn die drei Musiker von "Matador" sind durchaus "knackig" anzuschauen.

Dass auch ihr Sound und ihre Songs der Optik nicht nachstehen, bewiesen die drei am Samstag praktisch ohne Anlauf: Es gab eine satte Mischung aus groovy Bluesrock-Style, Funk und Pop auf die Ohren, die sich als wirklich hörenswert erwies.

Seit zwei Jahren spielen die drei zusammen als Band "Matador". Vincent Knupfer (Gesang, Bass), Julian Kehrer (Gitarre) und Johannes Kehrer (Schlagzeug) überzeugen nicht nur mit aussagestarken deutschen Texten und satten Grooves, sondern auch mit ihrem harmonischen und einfühlsamen Zusammenspiel. Jojo spielt ein abwechslungsreiches Schlagzeug, Vinc behandelt den Bass, als wär's eine Gitarre, und Julian an der Gitarre hat es gar nicht nötig, die Fender in den Vordergrund zu spielen. Die drei sind als Ganzes gut, und jeder für sich ist ein exzellenter Musiker.

"Matador" erinnert ein bisschen an die Band Red Hot Chili Peppers und ähnlich bissig-coole Sounds. Dass die drei ihren dennoch recht eigenständigen Musikstil mit deutschen Texten versehen, führt zu einem überraschend einzigartigen Hörerlebnis. Leisere Balladen sind dabei, wie etwa der Song "Ich schau zu dir", aber schon mit dem nächsten Stück kommt eine schnellere, härtere Rocknummer: "Zeit für die Revolution". Und neben den selbst geschriebenen Titeln hat das Trio auch die eine oder andere Coverversion im Gepäck, etwa Rio Reisers "Junimond", dem sie irgendwie ihren eigenen Stempel aufdrücken.

In den Texten, die Sänger Vincent Knupfer ebenso sanft wie bissig und auch rockig interpretieren kann, gehts um Alltag, Liebe, Gesellschaft und Beziehungen. "Lass uns freier sein" überrascht mit einem treibenden Rhythmus zum Mitgehen, dagegen ist "Was besser wär" eher eine leisere Nummer mit durchaus poetischen Textpassagen: "Meine Gedanken wollen reden, doch ich bin still".

Es gibt übrigens auch eine CD der drei Musiker, die ihre Qualität auch schon beim Kick- und Musikfest unter Beweis gestellt haben. Sie heißt schlicht "Die Erste". Das lässt hoffen - auf eine zweite, dritte oder gar vierte? Das Potenzial von "Matador" geht über den heimischen Probenraum auf jeden Fall weit hinaus.