Konzert Jung und echt böhmisch-mährisch

40 Jahre jung: Die Albdorfmusikanten Pfronstetten bescherten den Zuhörern in der Albhalle ein grandioses Jubiläumskonzert mit den Stücken der neuen CD.
40 Jahre jung: Die Albdorfmusikanten Pfronstetten bescherten den Zuhörern in der Albhalle ein grandioses Jubiläumskonzert mit den Stücken der neuen CD. © Foto: Stefanie Häußler
Pfronstetten / Von Stefanie Häußler 10.04.2017

Wir haben die Stücke alle gemeinsam ausgesucht“, erklärte Dirigent Eberhard Faigle beim „29. Volkstümlichen Abend“ der Albdorfmusikanten am Samstag in der Albhalle, wie die Auswahl der 14 Stücke für die brandneue CD „Blasmusikgrüße“ zustande gekommen war. So launig, wie SWR-Moderator Wolfgang Wanner gefragt hatte, antwortete Faigle staubtrocken: „Und dann hat der Dirigent entschieden“. Vor vier Jahrzehnten – zwei Jahre nach der Gemeindereform, bei der aus den bis dahin selbständigen Gemeinden Pfronstetten, Aichelau, Geisingen, Aichstetten, Tigerfeld und Huldstetten die Gesamtgemeinde Pfronstetten zusammengeschlossen worden ist, sollte als äußeres Zeichen der Einheit eine gemeinsame Musikkapelle entstehen. Zu diesem Jubiläum nahmen die rund 30 Musiker im Tonstudio in Ludwigsburg ihre vierte CD auf. Bis auf den allerletzten Notsitzplatz an der Rückwand war die Halle bei der CD-Präsentation ausverkauft, zwei Zugaben spendierten die Bläser zu den 14 CD-Titeln und vier Stücken aus dem Repertoire.

Wirkt der erfahrene Dirigent für den einen Moment fast unbeteiligt, lässt er die Musiker „laufen“, vertraut ihnen die Melodie ganz an, um dann im nächsten Moment mit Körpereinsatz pointiert einzelne Register in ihre nächste Passage zu begleiten. Für ein großartiges Tutti im Schlussteil einer der vielen Polkas wie „Späte Liebe“ holt Faigle weit aus, zieht breite Bögen, wippt für eine knackig-effektvolle Achtelpassage der Klarinetten in der „Musikantensehnsucht“ mit oder fühlt sich ganz in die Solisten bei ihren Auftritten ein.

Moderator Wanners stichelnde Frage, ob die Jugend von heute nicht eher moderne Musik bevorzugen würde, parierte der Albdorfmusikanten-Vorsitzende Elmar Buck mit einem Lächeln, der ausladenden Geste übers überwiegend junge Ensemble und dem Verweis auf den verlässlichen Probenbesuch selbst bei Freibadwetter. Dass die Albdorfmusikanten aber nicht nur den klassischen Drei- und Viervierteltakt beherrschen, zeigten sie bei der Polka „Musikanten mit Herz“, bei der passagenweise Rumba-ähnliche Rhythmen auftauchten, oder der „Schwungrad-Polka“ mit synkopierten Takten. Eine weitere Facette der typisch böhmisch-mährischen Blasmusik steuern die beiden Gesangsduos Monika Knupfer und Ernst Buck sowie Waltraud Herter und Dieter Torner bei.

Marsch, Walzer und Polka – bereits die rund 20 Jungmusikanten beherrschen die Hauptmusikstile der Albdorfmusikanten souverän. Mit ihrem Jugendleiter Wolfgang Fischer haben sie den Marsch Transformers, den Sternschnuppen-Walzer und die Zweierpoka jeweils in ihrer Charakteristik bemerkenswert präsentiert, wobei Jungmusikant Titus Raach zusammen mit der Jung-Aktiven Mara Buck an Flügel- und Tenorhorn als Solisten absolut überzeugten. Eine Polka gabs als Zugabe.

Ihrer selbst und ihres Könnens bewusst präsentierte sich die Bläserklasse der Wunderbuchschule. Seit einem beziehungsweise zwei Jahren erlernen die sieben Dritt- und Viertklässler im Rahmen einer Kooperation Schule-Verein ein Instrument. Kein Wunder, dass das begeisterte Publikum von den „Sieben kleinen Käferlein“ nach vier Stücken unter großem Beifall  noch eine Zugabe gefordert hat.

Ehrungen bei den Albdorfmusikanten

Sie sind Gründungsmitglieder der Albdorfmusikanten und damit seit vier Jahrzehnten aktiv: Dafür ehrte Helmut Vöhringer, Vorsitzender des Blasmusikverbandes Neckar-Alb, Monika Knupfer, Ernst Buck, Wolfgang Schmid und Albert Herter mit den Ehrennadeln in Gold mit Diamant und Ehrenbrief. Die Albdorfmusikanten ernannten die vier Musiker zu Ehrenmitgliedern. Aktuell ist Monika Herter Kassiererin, Beisitzerin und Sängerin, Ernst Buck ist 2. Vorsitzender, Schriftführer, Beisitzer und Bariton-Spieler, Wolfgang Schmid erster Trompeter und seit 1983 Beisitzer und Albert Herter nach vielen Jahren als zweiter und erster Vorsitzender seit 2007 Beisitzer und für die Tontechnik verantwortlich. Für insgesamt fünf Jahrzehnte aktives Musizieren erhielt Friedolf Reihling die Ehrennadel in Gold mit Diamant und Ehrenbrief.

Die D1-Prüfung des Blasmusikverbandes haben in 2016 Julia Buck, Linus Buck, Mara Buck und Lea Galster sowie Sarah König, Laurin Kurz und Pascal Steinhart absolviert.
Beim D 2 Lehrgang waren Stefan Buck, Anna Knupfer, Niklas Kurz Timo Scherb und Melanie Schmid erfolgreich. häs

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel