Jugendarbeit Jugendliche gestalten ihr Jugendhaus Mit einem Film machen sie auf ihre Situation aufmerksam

Jugendlicheaus Engstingen konnten jetzt in einem gemeinsamen Projekt des Jugendhauses und des LTT mitwirken.
Jugendlicheaus Engstingen konnten jetzt in einem gemeinsamen Projekt des Jugendhauses und des LTT mitwirken. © Foto: Privat
swp 26.05.2017

Im Jugendhaus Engstingen hatten am vergangenen Wochenende die Jugendlichen das Sagen. Unter dem Projekt „Theaterwerkstatt Schwäbische Alb“ hat das Landestheater Tübingen (LTT) in Kooperation mit dem Jugendhaus Engstingen ein Filmdreh-Wochenende angeboten. Den Jugendlichen wurde die Möglichkeit gegeben, ihr Jugendhaus und ihre Aufenthaltsplätze in Engstingen mitzugestalten und Verbesserungsvorschläge anzubringen. Beim Jugendhaus-Projekt des LTTs handelt es sich um ein Kunstprojekt von mehreren, das von Micha Kranixfeld, Susanne Schuster und Felix Worpenberg für die Bürger und Bürgerinnen in Engstingen organisiert wird. Das Motto des Gesamtprojektes lautet: „Im Verschwinden erscheint es“ und wird von der Bundeskulturstiftung gefördert, welche sich zum Ziel gesetzt hat, das kulturelle Leben im ländlichen Raum zu unterstützen.

Jugendhaus wird Filmkulisse

Die Straßen und das Jugendhaus Engstingen wurden unter dem Motto: „Wie sieht das Jugendhaus der Zukunft aus?“ in eine Filmkulisse verwandelt, in der die Jugendlichen den Projektleitern des LTTs und dem Jugendbeauftragten des Jugendhauses, Xhavit Mustafa, ihre ganz persönlichen Rückzugsorte zeigten und ihre Wünsche äußerten. In grünen Anzügen wurden die Jugendlichen dann professionell an Orten, wie beispielsweise am Bolzplatz der Schule, auf dem Spielplatz, an der Bushaltestelle oder beim Döner-Imbiss gefilmt. Musikalisch unterstützt wurde das Ganze von einer Band, die im Jugendhaus ihre Proben abhalten darf. „Wir möchten mit dem Partizipationsprojekt etwas Schönes für und mit den Jugendlichen herstellen“, sagt Xhavit Mustafa.

Zentraler Punkt des Videos stellt jedoch das Jugendhaus dar. Am Sonntag hatten die Jugendlichen dann die Möglichkeit die Wände zu streichen und mit Graffiti zu besprühen und noch einmal vor laufender Kamera ihre Bedürfnisse zu erwähnen. Hierzu durften sie sich eine aufblasbare Krone aufsetzen und auf einer Art Thron ihre Meinung sagen. Besonders hervorgehoben wurde von den Jugendlichen die Tatsache, dass es im Jugendhaus um ihre Bedarfe geht und nicht die der Erwachsenen im Vordergrund stehen. „Hier gibt es einen Kühlschrank und man hat auch einfach mal seine Ruhe“, sagte ein elfjähriger Beteiligter vor der Kamera. Der Film soll im Anschluss dem Gemeinderat vorgelegt werden und stellvertretend für die Jugendlichen sprechen.

Die Mariaberger Ausbildung & Service gemeinnützige GmbH (A&S) leitet im Auftrag der Gemeinde das Jugendhaus seit einigen Jahren und ist ein „Überzeugungstäter für die Offene Jugendarbeit“, betont Cord Dette, Fachbereichsleiter der A&S. Seit dem Jahr 2001 ist die A&S in Sachen Jugendarbeit in drei Landkreisen tätig. „Uns hat die Idee gefallen, als wir vom LTT angefragt wurden. Es bietet uns eine weitere Form mit den Jugendlichen in Kontakt zu treten“, sagt Dette. „Wir belehren die Jugendlichen nicht, sondern stehen ihnen als Berater zur Seite. Mit diesem Projekt wird die Demokratiearbeit Mariabergs unterstützt, da wir den Jugendlichen die Chance geben, mitzubestimmen und ernst genommen zu werden“, sagt er.

Mariaberg versuche außerdem den Jugendlichen mit diesem Projekt das Gefühl zu geben, dass die Gemeinde ihnen etwas erlaube. Außerdem stelle das Kunstprojekt für die Jugendlichen eine Gelegenheit dar, sich mit dem Leben auseinander zu setzen.

Für die Erwachsenen sei es nicht immer bequem, sich alles anzuhören, was Jugendliche denken. „Wir wollen den Jugendlichen einfach eine Stimme geben, die sagt: Wir erzählen von unserer Welt“, sagt Dette abschließend.