Münsingen Jeder Tag ist eine Herausforderung

Die Astrid-Lindgren-Schule feierte am Freitagnachmittag ihren 20. Geburtstag mit der Schulhymne.
Die Astrid-Lindgren-Schule feierte am Freitagnachmittag ihren 20. Geburtstag mit der Schulhymne. © Foto: Maria Bloching
Von Maria Bloching 25.06.2018

Wenn man 20 Jahre alt wird, darf man eine Party machen“, freute sich Schulleiterin Uthe Scheckel. Das ließen sich die 220 Schüler nicht zweimal sagen. Mehr als 20 spannende und lustige Angebote zum Mitmachen warteten auf sie in den Klassenzimmern und auf dem Schulhof. Doch zunächst galt es zurückzuschauen und die wie im Flug vergangenen zwei Jahrzehnte noch einmal Revue passieren zu lassen. Auf Grußworte wurde im Rahmen der offiziellen Feierstunde in der Alenberghalle bewusst verzichtet, vielmehr führten die Schülerinnen Toana und Nele ein lockeres Interview, das unterhaltsam und informativ war.

So erfuhren die zahlreichen Besucher von Bürgermeister Mike Münzing, dass er sich der Astrid-Lindgren-Schule besonders verbunden fühlt, weil sie zur gleichen Zeit startete wie er als neu gewählter Schultes.

Heute, 20 Jahre später, stehe die Stadt Münsingen mit ihrer Grundschule vor der wohl größten Herausforderung: „Wir müssen sie zur Ganztagesschule weiterentwickeln. Das ist aufgrund der räumlichen Begrenzung nicht ganz einfach“.

Ihm hätte immer gefallen, dass hier jedes einzelne Kind im Mittelpunkt stehe und eine individuelle Förderung erhalte. „In dieser Schule werden nicht alle über einen Kamm geschert, das finde ich wichtig“. Die Rahmenbedingungen seien gut, doch es komme vor allem auf die Menschen an, die hier wirken. Sein Zukunftswunsch für die Schule: „Dass sie wieder einen Schulchor bekommt und so bunt bleibt, damit Inklusion möglich wird oder weiterhin möglich ist“.

Schulleiterin Uthe Scheckel konnte sich noch gut an den ersten Schultag im November 1997 erinnern, als alle Schüler ihren Stuhl in die neue Schule trugen und die Lehrer Ordner sowie eine Kiste Klopapier mitbrachten. „Es gab von Anfang an jede Menge Arbeit und es ist noch weitere dazugekommen“.

Zum Beispiel die Oberlinschule, die Hector-Akademie und der Förderverein, darüber hinaus zahlreiche Projekte wie etwa das Kartoffel-Projekt, das sogar einem Autor als Buchvorlage diente. „Jeder Tag ist für uns an der Schule eine Herausforderung, weil wir Kinder von vielen verschiedenen Nationen und mit unterschiedlichen Sprachen haben. Inklusionskinder, Hochbegabtenförderung und den Alltag unter einen Hut zu bringen ist nicht immer leicht. Der Rahmen muss unbedingt politisch nachgebessert werden, sonst zerbrechen die Grundschulen an ihren täglichen Herausforderungen“, meinte Scheckel. Ihr Wunsch für die Schule: „Lass dich nicht unterkriegen, sei wild, frech und wunderbar“.

Seit 17 Jahren sorgt der Förderverein dafür, dass außerhalb des regulären Schulalltags besondere Angebote wie etwa Autorenlesungen oder Musical-Ausfahrten durchgeführt werden können. Die Vorsitzende Daniela Pfleiderer sprach von „Bonbons“, die den Schülern ihren Schulbesuch versüßen sollen und Chancen bieten, um durch eigenes Tun zu lernen und um Erfahrungen zu sammeln. Laut Isabell Isler, Elternbeiratsvorsitzende, verfolgen schließlich alle dasselbe Ziel: „Wir wollen fröhliche Kinder, die gern in die Schule kommen. In den letzten 20 Jahren haben wir dies gemeinsam vorbildlich gemeistert“. Denn auch Eltern müssten ihren Beitrag in der Schule leisten, um ihren Kindern eine unbeschwerte Grundschulzeit zu ermöglichen, schließlich fange ab der fünften Klasse das Erwachsenwerden an.

Seit 20 Jahren beschäftigt sich die Schule mit ihrer Namensgeberin Astrid Lindgren und identifiziert sich mit ihrer Philosophie: „Ob ein Kind zu einem warmherzigen, offenen und vertrauensvollen Menschen mit Sinn für das Allgemeinwohl heranwächst oder aber zu einem gefühlkalten, destruktiven egoistischen Menschen, das entscheiden die, denen das Kind in dieser Welt anvertraut ist...“. Und so durften natürlich weder der Schulsong „Dort wo die Alb am schönsten ist“, noch die Lieder „Hey Pippi Langstrumpf“ und „Seeräuber Opa Fabian“ an diesem besonderen Tag fehlen.

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