Schwörer-Haus Insektenhotels mit fünf Sternen

Die Jury freute sich mit der Klasse 6 der Freien Walddorfschule Engstingen über 1000 Euro für den den ersten Platz.
Die Jury freute sich mit der Klasse 6 der Freien Walddorfschule Engstingen über 1000 Euro für den den ersten Platz. © Foto: Maria Bloching
Oberstetten / Von Maria Bloching 08.06.2018

Anders als im vergangenen Jahr meinte es das Wetter diesmal beim zweiten Nachhaltigkeitstag von Schwörer-Haus gut mit den 480 Schülern von 19 Klassen der zehn Kooperationsschulen, die sich auf den sechs Kilometer langen Erlebniswanderweg rund um Oberstetten machten, um an zehn Stationen regionale Produkte und ökologische Besonderheiten kennenzulernen. Darunter auch die Regionalkampagne des Ministeriums Ländlicher Raum „Natürlich. Von Daheim“, die Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch persönlich besuchte. Ziel dieser Kampagne ist es, die Verbraucher für Produkte aus dem Land zu sensibilisieren, denn hinter jedem Lebensmittel steckt eine Familie, jedes Produkt hat seine Geschichte. „Nicht nur Unternehmen sollen nachhaltig handeln, sondern auch die elf Millionen Menschen in Baden-Württemberg und überall auf der ganzen Welt“, führte Gurr-Hirsch aus. „Uns brennt der Kittel, denn wir können die Erde nicht weiter ausbeuten“. Bereits nach den ersten vier Monaten eines Jahres hätten die Menschen in den Industrienationen ihren Energieanteil eines Jahres verbraucht, danach lebten sie auf Kosten kommenden Generationen. 1971 dagegen habe dies immerhin noch für neun Monate ausgereicht. „Wenn Kindern nicht die Natur erklärt wird, wissen sie nicht, was es zu schützen gilt“. Jeder einzelne könne seinen Beitrag zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung dieser einzigartigen Kulturlandschaft leisten, in dem der Verbraucher bewusst einkaufe und konsumiere. „Mich sorgt der Trend, dass wir immer alles zu essen haben. Pro Kopf verschwenden wir im Jahr 88 Kilogramm Lebensmittel. Wir müssen nicht nur örtlich, sondern auch gezielt einkaufen, planen und Reste sinnvoll verwerten“.

Ein dickes Lob gab es von der Staatssekretärin für Schwörer-Haus: „Es ist einmalig, dass ein Unternehmen einen so großen Aufwand betreibt“. Die Auszubildenden hätten mit diesem Tag und ihrem Engagement bewiesen, dass sie organisieren können und kompetent sind. „Das hat auch eine nachhaltige Wirkung für das Unternehmen, in dem sie tätig sind“. Gurr-Hirsch betonte die Notwendigkeit einer Bildung für Nachhaltigkeit in allen Schulfächern. Denn was ein Kind früher auf dem Land automatisch gelernt hätte, sei den meisten mittlerweile fremd.

Nicht so den 480 Schülern der Kooperationsschulen, die sich am Stand des Haupt- und Landgestüts Marbach über Pferdezucht oder beim Bienenlehrpfad von SchwörerHaus über Bienenhaltung und Honigproduktion informierten, die bei Backmeister Klaus Raach vom Dorfbackhaus Aichelau „Herrgotts-Laib“ und „Urkornbrot,“ bei Familie Knoll und Sigmund Hagemann Wildwurst von Reh und Wildschwein, bei der Hofmolkerei Schmid aus Bremelau Naturjoghurt und Kuhmilch sowie bei der Hohensteiner Hofkäserei Rauscher Albkäs verkosten durften. An der Station von Forst BW versuchte Revierförster Stefan Hägele den Kindern Wald und Natur mit einer Waldbox direkt erlebbar zu machen.

Parallel zu diesem Erlebniswanderpfad fand die Verleihung des Schwörer-Umweltschecks im Rahmen des Wettbewerbs für Kooperationsschulen statt, der bereits zum vierten Mal ausgeschrieben wurde. Dieses Mal wurde das Thema Insektensterben und die Bedeutung von Bienen aufgegriffen und an die Schulen einschließlich des Holzes zum Bau eines Insektenhotels weitergegeben. 120 Schüler waren als Abordnung von insgesamt 15 teilnehmenden Klassen nach Oberstetten gekommen, um ihre kreativen Insektenhotels der Jury – bestehend aus Johannes Schwörer, Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, Wolfgang Saam als Geschäftsführer von Klimaschutzunternehmen e.V. sowie Dr. Dietmar Götze vom Bundesforst und Ida Willumeit-Reichenecker von der IHK – vorzustellen. Schwörer zeigte sich begeistert von diesen „tollen Arbeiten“, die ihn „zuversichtlich für die Zukunft“ werden ließen. Und auch Wolfgang Saam gab zu, eine Menge bei der Bewertung dieser Insektenhotels gelernt zu haben. „Jede Klasse ist anders vorgegangen. Dies ist ein spannendes Projekt, in das Auszubildende involviert sind und das ein positives Beispiel für andere Unternehmen sein kann“, so Saam. Bewertet wurde nach Optik und Design sowie die tatsächliche Eignung als Unterkunft für Insekten. Beim gemeinsamen Bauen waren Teamarbeit und handwerkliches Geschick nötig. Die Insektenhotels finden künftig einen Platz auf dem Werksgelände oder im Azubiwald, denn seit zwei Jahren ist Schwörer-Haus eines von 36 Klimaschutzunternehmen deutschlandweit und nachhaltiges Denken und Handeln wird im Unternehmen weitmöglichst praktiziert.

Sieger des Umweltschecks von Schwörer-Haus

Die Sieger des Umweltschecks 2018 stehen fest: Auf Platz 5 kam die Klasse 5c der Gustav-Mesmer-Realschule Münsingen mit einem Preisgeld von 200 Euro. Ebenfalls 200 Euro gingen an die Klasse 5a der Gustav-Mesmer-Realschule, die mit ihrem Insektenhotel Platz 4 belegte. Platz 3 und somit 300 Euro Preisgeld sicherte sich die Münsterschule Zwiefalten, die Klasse 6c des Gymnasiums Gammertingen erreichte Platz 2 und konnte 500 Euro für sich verbuchen. Den ersten Platz verdiente sich die Klasse 6 der Freien Walddorfschule Engstingen, die sich über ein Preisgeld von 1000 Euro freute. blo

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