Hayingen In Regen und Sonne

Rast in der Sonne: Die Hayinger Wanderer in Heratskirch.
Rast in der Sonne: Die Hayinger Wanderer in Heratskirch. © Foto: Jürgen Haible
Hayingen / EB 14.10.2015
Im vierten Jahr war der Hayinger Albverein jetzt unterwegs, um auf dem Hauptwanderweg "Sieben", des Schwäbischen Albvereins, von Lorch nach Friedrichshafen weitere 40 Kilometer zurückzulegen.

Kloster und ein Schloss, mitten im Barock, Riede und Seen, Moränen und Höhenzüge waren am ersten Oktoberwochenende auf der Strecke angesagt. Die 25 Wanderer machten sich von Bondorf bei auf zum Illmensee.

Kultureller Höhepunkt der Tour war die lebendige Führung im Hummelsaal des Klosters Sießen. Schwester Alexandra erläuterte mit viel Esprit und Lebensweisheiten das Leben der Berta Hummel (Schwester Innocentia). Deren künstlerisches Schaffen sind Bilder und Zeichnungen. Sie wurde aber bekannter durch die von Dritten in Lizenz gefertigten "Hummelfiguren". Dies und der Verkauf ihrer Bilder bedeutete unerlässliche finanzielle Unterstützung für den Erhalt des Klosters in den 1930er und 40er Jahren.

Das idyllische Heratskirch, die Bomser Höhe auf immerhin 700 Metern waren weitere Stationen auf dem Weg zum Schloss Altshausen. Schlosskirche St. Michael und der Park mit Kunstwerken von Herzogin Diane von Württemberg rundeten den sonnigen und warmen Herbsttag ab.

Nach der Übernachtung in Altshausen musste man am Sonntagmorgen im Nieselregen starten, der während der Tour durch die Weiler Haggenmoos, Mauren, Luegen, Unterwaldhausen, Wendenreute noch an Stärke zunahm. Die einen ertrugen es stoisch, die anderen frotzelnd. Aber alle zusammen bewiesen ihre Allwettertauglichkeit. Vor Wilhelmsdorf kam die versprochene Auflockerung von Westen. Es war erst kurz nach Mittag, der Regen hatte schnelle Beine gemacht, die kurzfristig eingeschobene Einkehr in Wilhelmsdorf nahmen die Hayinger gerne in Anspruch.

Bei bester Sicht und Sonne nahm die Gruppe den Anstieg auf die Illmensee-Umrandung in Angriff. Am Wasserbehälter mit Aussichtshügel waren 783 Meter erreicht: Der höchstgelegene Punkt auf dem Fernwanderweg seit dem "Hochgesträß" zwischen Westerheim und Laichingen. Man sah die weiß eingehüllten Alpen vom Wetterstein bis zum Säntis. Fast ebenso fern erhob sich der Bussen (767 Meter) in Nordnordost. Die letzten zwei Kilometer säumten Obstbäume den Weg, der Abstieg führte idyllisch zum Illmensee (695 Meter) hinunter.

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