Industrie Im Airbus steckt auch Mehrstetten

Groß war am Samstag das Interesse beim „Tag der offenen Tür“ der bullmer GmbH in  Mehrstetten
Groß war am Samstag das Interesse beim „Tag der offenen Tür“ der bullmer GmbH in  Mehrstetten © Foto: Sabine Zeller-Rauscher
Mehrstetten / Sabine Zeller-Rauscher 09.07.2018

Zugegeben, die meisten brauchen wohl ziemlich viel Fantasie, um „Made in Mehrstetten“ mit dem Airbus A305 in Verbindung zu bringen. Jochen Cramer, Vertriebsleiter und Mitglied der Geschäftsleitung der bullmer GmbH ist einer, der ganz genau weiß, wieviel Mehrstetten im Airbus steckt. Unter anderem werden die Verkleidungen der Außentüren auf bullmer-Maschinen geschnitten.

Auch Audi und Porsche verwenden Zuschneidemaschinen des Unternehmens, welches aktuell in Mehrstetten 160 Mitarbeiter und im chinesischen Linhai, das 400 Kilometer südlich von Shanghai angesiedelt ist, 305 Mitarbeiter beschäftigt.

Auf 60 000 Quadratmeter Grund von welchen 12 000 Quadratmeter bebaut sind, blickt das Unternehmen aktuell in Mehrstetten. Um den Standort attraktiver zu machen, soll es in naher Zukunft bauliche Veränderungen und Erweiterungen geben, die dann dem täglichen Bedarf angepasst werden.

In 60 Länder dieser Erde liefert die bullmer Gmbh aktuell. Es handelt sich häufig um Sonderanfertigungen, welche speziell auf den jeweiligen Kunden und dessen Bedarf zugeschnitten sind. Dass die bullmer GmbH das einzige Unternehmen ist, welches fünf Meter breite Anlagen baut, war von Jochen Cramer beim „Tag der offenen Tür“ zu erfahren, wie auch, dass aktuell 900 Maschinen im Jahr weltweit ausgeliefert werden. Ob Bekleidung, Windräder, Autositze, Polstermöbel oder eben Flugzeugtürenverkleidungen: Die bullmer GmbH sorgt für den richtigen Schnitt.

Der Grundstein des heutigen Unternehmens wurde 1933 mit der Firma „Metallwerk Karl Bullmer“ gesetzt. Heute werden in den Produktionsstraßen, die beim „Tag der offenen Tür“ von vielen Besuchern besichtigt wurden, Zuschneidemaschinen, Legemaschinen, Roboter und Greifsysteme oder auch flexible Rollenlager produziert. Weltweite Service-Points runden das Leistungsspektrum des Schwäbischen Unternehmens ab.

„Ich bin ganz baff, das hätte ich nicht gedacht, in wie vielen Produkten irgendwie bullmer drin steckt“, so eine Besucherin, die nur ein paar Kilometer von der Firma entfernt wohnt und sich die Produktionsstraßen ganz genau ansah. Genau das wollte das Unternehmen mit dem „Tag der offenen Tür“, der erstmals im größeren Rahmen stattfand, erreichen. Auch die Festigung des Zusammenhalts der Firmenmitarbeiter und deren Familien war Ziel. Jochen Cramer weiß, dass noch viele die Negativschlagzeilen von 2009, als das Unternehmen von einem chinesischen Investor übernommen wurde, im Kopf haben. Zappenduster sahen damals viele die Zukunft des Unternehmens, welches jetzt unter anderem verstärkt auf Zulieferer aus Baden Württemberg setzt. In welchen Berufen die bullmer GmbH ausbildet, erfuhr man beim „Tag der offenen Tür“ an einem dafür aufgebauten Infostand. So bietet das Unternehmen  unter anderem ein Duales Studium zum Bachelor of Arts BWL-Industrie an, die Ausbildung zum Industriekaufmann, Elektroniker Betriebstechnik und Technischer  Produktionsdesigner. Weil Mehrstetten nicht wirklich der Nabel der Welt ist, ist es für das Unternehmen nicht immer einfach, qualifiziertes Fachpersonal zu bekommen, zumal unweit der Firma Großfirmen wie Liebherr oder Bosch angesiedelt sind, die ebenfalls großen Bedarf an Fachpersonal haben. Der „Tag der offenen Tür“ bot den zahlreichen Besuchern die Möglichkeit, ihren Blick für die Produkte und deren weltweite Verwendung zu sensibilisieren. Für Unterhaltung sorgte unter anderem eine Spielstraße, die frisch aus der Maschine kommenden Giveaway, wie Lederbuchstaben-Schlüsselanhänger oder ein 3D-Puzzle in Schafform.

Freies Essen und Getränke gab’s im eigens für den „Tag der offenen Tür“ aufgebauten Festzelt, wobei der WSV Mehrstetten sich für den Service verantwortlich zeigte.

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