Eglingen Hock in schöner Albatmosphäre

Kaum hatte Bürgermeister Jochen Zeller (l.) das Fass angestochen, spritzte eine Bierfontäne in die Höhe. Frank Kloker hatte versehentlich das Ventil geöffnet.
Kaum hatte Bürgermeister Jochen Zeller (l.) das Fass angestochen, spritzte eine Bierfontäne in die Höhe. Frank Kloker hatte versehentlich das Ventil geöffnet. © Foto: Maria Bloching
Eglingen / Maria Bloching 16.07.2018
Die 34. Eglinger Hockete stand ganz im Zeichen von 50 Jahre Blasmusik und 60 Jahre Chorgesang.

Der Musik- und Gesangverein Eglingen begeht in diesem Jahr gleich zwei Jubiläen: Er feiert 50 Jahre Heimatmusikanten und 60 Jahre Chorgesang. Zum Festauftakt wurde am Samstag zwar kein Feuerwerk gezündet, dafür aber ein Bierfass angestochen, das gewaltig in die Luft ging. Mit zwei souveränen Schlägen versenkte Bürgermeister Jochen Zeller den Hahn im Fass. Zuvor jedoch hatte Frank Kloker,  Vorsitzender des Musik- und Gesangvereins, versehentlich das Ventil am Deckel geöffnet. Kaum saß der Hahn, spritzte der Gerstensaft in einer hohen Fontäne nach oben. Die beiden Hauptakteure nahmen´s mit Humor: „Nächstes Mal ziehen wir statt einer Schürze einen Regenponcho an“, lachte Kloker.

Freibier gab es dennoch reichlich für die Hocketebesucher, die im Laufe des Abends das Zelt und die Plätze davor unter freiem Himmel füllten. Bei angenehmen Temperaturen und guter Blasmusik herrschte eine wunderbare Atmosphäre, die ebenso wie ein deftiges Wäs aus dem Backhaus aufs Beste genossen werden konnte. Fünf verschiedene Sorten wurden dort gebacken, darüber hinaus noch leckeres Brot und Zwiebelkuchen. Bäckermeister Heinz Schmauder und sein Team hatten alle Hände voll zu tun, erhielten aber zum ersten Mal perfekte Unterstützung von Jungbäcker Marcel Hoffmann, der nicht nur die beiden Holzöfen anheizte, sondern auch für Teigherstellung und Backvorgang verantwortlich war.

Auch am Sonntag war der Besucherandrang groß. Bei stimmungsvoller Blasmusik ließen sich die Gäste kulinarische Köstlichkeiten schmecken, dazwischen bummelten sie durch die Stände der Handwerker, die ihre Kunst präsentierten.

Auf große Resonanz stieß die Fotoausstellung im Gemeindehaus, die einen Rückblick auf 50 bzw. 60 Jahre Vereinsgeschichte gab, außerdem konnte auch eine eigens aufgelegte Jubiläumsfestschrift erworben werden. Darin ist zu lesen, wie sich vor 60 Jahren 18 sangesfreudige Männer zusammengefunden hatten, um mit ihrem Gesang das Leben im Ort zu bereichern. Daraus ist eine lebendige Chorgemeinschaft gewachsen, der sich längst auch Frauen angeschlossen haben.

Zehn Jahre später war es der damalige Pfarrer Anton Kleindienst, der die Gründung einer Musikkapelle angestoßen hat. „Musik und Gesang sind die Weltsprache Gottes. Sie überbrücken Grenzen und Sprachen und Kontinente. Auch kleine Gemeinden können dazu beitragen, wenn sie friedlich zusammen leben“, heißt es in seinem Grußwort. Noch heute bete er täglich für seine ehemaligen Pfarrkinder: „Dass ich Eglingen besonders einschließe, das ist wahr“, schreibt der 87-Jährige.

Für Bürgermeister Jochen Zeller ist es der Musik- und Gesangverein, der das kulturelle Leben in Eglingen in erster Linie prägt. Musiker und Sänger würden eine wichtige Aufgabe als Repräsentant der Gemeinde außerhalb Hohensteins übernehmen und kulturelle Traditionen vermitteln.

Landrat Thomas Reumann bezeichnete die Mitglieder als „musikalisches Sprachrohr der Eglinger Dorfgemeinschaft“. Für viele sei der traditionsreiche Verein „zum Mittelpunkt des gesellschaftlichen Zusammenlebens“ geworden. Und das ist laut Vorsitzendem Frank Kloker auch das Ziel des Vereins: „Wir wollen die Harmonie und den Zusammenhalt der Dorfbewohner erhalten und festigen“. Mit ihrer Hockete, die bereits zum 34. Mal stattfand und zum ersten Mal aufgrund des Jubiläums drei Tage lang gefeiert wurde, demonstriert der Verein diesen Zusammenhalt von Jahr zu Jahr.  Gestern rundete ein Feierabendhock mit Vesper und musikalischer Unterhaltung durch die Köhlermusikanten Kohlstetten das Festwochenende ab.

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