Konzert Hochgenuss für musikverwöhnte Ohren

Die Gesellschaft der Musikfreunde waren Veranstalter des Konzerts mit dem Klaviertrio Würzburg am Sonntagabend in der Münsinger Zehntscheuer.
Die Gesellschaft der Musikfreunde waren Veranstalter des Konzerts mit dem Klaviertrio Würzburg am Sonntagabend in der Münsinger Zehntscheuer. © Foto: Sabine Graser-Kühnle
Münsingen / Von Sabine Graser-Kühnle 13.03.2018

Das Klaviertrio Würzburg verzauberte das Zehntscheuerpublikum bei seinem Auftritt im Kammermusikabend der GdM mit großartigem Zusammenspiel in virtuosen Darbietungen. Wunderbare musikalische Momente des Innehaltens. Insbesondere dem Hauptwerk des Abends, Franz Schubert‘s Klaviertrio Es-Dur, D929, das in seinem Todesjahr verlegt worden ist. Katharina Cording (Violine), Cellist Peer-Christoph Pulc und Pianistin Karla-Maria Cording entlockten die schillernde Pracht dieses Werkes mit einer fedrigen Leichtigkeit sowie fein austarierter Dynamik.

Der erste Satz beginnt mit Triolen und Viererketten, dem ein dunkles Bassostinato gegenüber steht, mitten darein legt sich eine bezaubernde Melodie. In den langen Strichen der Bögen und nach unten kletternden Girlanden des Klaviers erklingt dieses Motiv wie ein zartes Wiegenlied. Dann, im zweiten Satz, ertönt im bravourösen Cellogesang ein verträumtes Thema, eine herzzerreißende Melodie, die sich durch das ganze Werk zieht. Das zauberhafte Spiel des Trios bannt die Zuhörer, die entrückt lauschen. Doch Schubert flocht  seinen zweiten Satz kontrastreich, so dass man immer wieder aus den Momenten der Verinnerlichung herausgeholt wird. Tänzerisch, mal leichtfüßig wie eine Primaballerina, dort derb, wie der Tanz des Volkes, daraufhin das Scherzo.

Zum den Atem anhalten schön war schließlich das Finale. Die feinst versponnene, originelle Klang­struktur mit Synkopenketten und dem gegensätzlichen Ton- und Emotionsgefüge, wird vom Klaviertrio Würzburg wunderbar lyrisch und im großartigen Zusammenspiel transparent herausgearbeitet. Ein Hochgenuss für musikverwöhnte Ohren.

Den Konzertabend eröffnet hatte Mozart, sein Klaviertrio KV 564. Trotz des fallenden Themas erlangte der erste Satz durch das fedrig leichte Spiel des Trios eine grazile Zartheit, was sich im schwerelosen tänzerischen Schlusssatz wiederholte. Verspielt, vorwärtsdrängend und mit feiner Lyrik kam das Klaviertrio Opus 18 von Camille Saint-Saens daher. Mit gestrafften Spannungsbogen und zurückhaltender Dynamik interpretierte das Trio dieses Werk. Tief bewegend das Spiel der Violinistin im zweiten Satz, feinsinnig die Phrasierung des Cellos, das das Violinenthema aufgreift, im Hintergrund, wie zarte Glasperlen, die monotone Begleitung des Klaviers. Der kurze dritte Satz: ein wogendes Klangbild mit verspielten kleinen Wellen und majestätisch ausholenden Wogen, die die Zuhörer in eine malerische Musiklandschaft tragen. Das Publikum erklatschte sich eine Zugabe.

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