Marbach / ROSWITHA HÄBE Das Weihnachtswunder im Landgestüt Marbach: 200 Laiendarsteller stimmten am dritten Adventssonntag rund 1600 Zuschauer mit beweglichen Bildern und Szenen auf die kommenden Feiertage ein.

Zum dritten Mal feierte die Kirchengemeinde Dapfen mit zwei ausverkauften Vorstellungen in der großen Reithalle einen szenischen Gottesdienst unter der Überschrift "Lebendige Bilder zur Weihnacht". Und auch dieses Mal ist es Initiatorin Ursula Bogner-Kühnle gelungen, für das große Ereignis den virtuosen Blockflötenspieler Hans-Jürgen Hufeisen und Pater Anselm Grün aus der Abtei Münsterschwarzach zu gewinnen, die gemeinsam mit vielen Akteuren wieder ein beeindruckendes Schauprogramm auf die Beine stellten, wie es in dieser ambitionierten Form weit und breit nicht zu erleben ist.

Das wohlige Gefühl von Weihnachtsstimmung verbreitete sich in den Herzen der zahlreichen großen und kleinen Gäste bei dem szenischen Gottesdienst im großen "Stall zu Bethlehem". Eingestimmt vom Projektchor "Lauterstimmen" unter der bewährten Leitung von Philipp Hirrle "Machten sich die Tore weit" für zwei erlebnisreiche und besinnliche Stunden.

Während von Ursula Bogner-Kühnle mit Bibeltexten das Wunder der Geburt Christi vorgetragen wurde, setzten Mensch und Tier die Weihnachtsgeschichte vor dem staunenden Publikum anschaulich um. Solotänzerin Gitte Wax wirbelte als Engel Gabriel durch die Arena und verkündete von der Geburt des Johannes, während die kleinen himmlischen Boten der Voltigiergruppe Marbach in bezaubernden Kostümen auf dem Pferderücken schwebten und mit atemberaubenden Szenen die Zuschauer in ihren Bann zogen.

Auf ihrer beschwerlichen Reise nach Bethlehem begegneten Josef und Maria einer Schafherde der Schäferei Mackensen mit zahlreichen tanzenden Hirten und großen und kleinen Engeln der Sternbergschule und des örtlichen Kindergartens. Während die Heiligen Drei Könige stolz auf edlen und prunkvoll geschmückten Araberhengsten aus dem Landgestüt Marbach zur Krippe ritten, spielte Hans-Jürgen Hufeisen, der das Szenario mit sanften Flötentönen unter Flügelbegleitung von Thomas Strauß bereicherte, hoch zu Ross "Großer Herr und starker König" aus dem Weihnachtsoratorium von J. S. Bach.

Sauber, ausdrucksvoll und mit großer Leichtigkeit wurden Weihnachts-Lobpreis-Lieder vom Projektchor wiedergegeben und animierten zum Mitsingen, während die Posaunenchöre Gomadingen und Münsingen unter Leitung von Stefan Molnar und Debora Schrade mit erlesener Bläserliteratur das nahende Fest ankündigten und die biblische Handlung der Weihnachtsgeschichte ebenso umrahmten wie die herrlichen Blasmusikarrangements, welche die "Lautertalmusikanten" unter Stabsführung von Dirk Holder ihren Instrumenten entlockten.

Keiner versteht es so gut die Weihnachtsgeschichte zu meditieren wie Anselm Grün: Jesus sei auf die Welt gekommen, um Frieden unter die Menschen zu bringen. Gerade über der Advents- und Weihnachtszeit liege ein geheimnisvoller Zauber der Erwartung. Er rührt an eine tiefe Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung. Damit Licht in unsere Welt komme, müssen wir bereit sein, alte Gefühle, Einstellungen und Verhaltensmuster loszulassen, die immer noch unser Leben bestimmen, denn nur so können wir die Signale Gottes empfangen und in Frieden und Harmonie zusammenleben. Mit einfühlsamen Worten lud der Pater die Anwesenden ein, bewusst in leisen Tönen in sich zu lauschen, Gott und das Leben zu loben und die Leichtigkeit zu spüren.

Während gemeinsam "O du fröhliche" angestimmt wurde, versammelten sich alle Akteure zum Finale in der Arena und sorgten für Tränen der Rührung, denn wie "Ein Stern so leuchtend schön" wurden die Besucher von ihnen auf das Weihnachtsfest eingestimmt.

Mit großer Freude bedankte sich Pfarrer Siegfried Kühnle nach dem Schlusssegen bei allen, die zum guten Gelingen der szenischen Weihnachtsgeschichte in Marbach beigetragen haben.

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