Upflamör Grabungen an der Heuneburg verschoben

Upflamör / ALEXANDER THOMYS 07.03.2016
Die Große Heuneburg bei Upflamör wird seit Ende November von Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege erforscht. Die Grabungen verschieben sich allerdings. Gestartet wird wohl erst im Mai.

Ende November vergangenen Jahres musste die Große Heuneburg, eine Keltensiedlung, die in ihren Ausmaßen sogar die bekannte Heuneburg bei Herbertingen wohl um das doppelte übertrifft, zunächst für die Wissenschaftler freigeräumt werden. Denn dort, wo sich die Kelten um das Jahr 600 vor Christus angesiedelt hatten, wächst inzwischen der Teutschbuchwald. Der wurde für die Archäologen zwar nicht gerodet, aber die Keltenwälle - oder Mauern - und der frühere Innenraum der Großen Heuneburg wurden nach Möglichkeit von Gestrüpp und abgestorbenem Geäst befreit. Auch Schulklassen und drei in Zwiefalten untergebrachte Flüchtlinge halfen den Forstarbeitern damals.

Per Geomagnetik wurde anschließend durch die Archäologen ein "Röntgenbild des Erdbodens" erstellt, wie es Projektleiter Dr. Leif Hansen vom Landesamt für Denkmalpflege erklärt. "Wenn alles funktioniert, sehen wir darauf vielleicht sogar die Löcher früherer Hauspfeiler", hofft der Wissenschaftler. Diese Bilder würden dann Rückschlüsse darauf ziehen lassen, wie viele Menschen einst in der Großen Heuneburg lebten. Noch ist die Auswertung dieser Aufnahmen aber nicht abgeschlossen.

"Ich habe die Magnetikbilder selbst noch gar nicht alle gesehen. Das muss auch erst ausgewertet werden", erklärte Dr. Hansen hierzu. Der Archäologe ist allerdings noch nicht zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen. "Was ich bisher gesehen habe, ist noch nicht so berauschend", so Dr. Hansen. Es könnte also noch dauern, bevor die Archäologen des Denkmalamtes die besten Stellen identifizieren, an denen Grabungen die meisten Erkenntnisse versprechen - und nur dort soll dann gegraben werden.

An drei Stellen sollen die Wälle unter die Lupe genommen werden. In mindestens 1,25 Meter breiten Streifen wird die Erde vorsichtig abgegraben, an einer Stelle soll die Grabung in die Breite der Hochfläche ausgedehnt werden. Dort hoffen die Wissenschaftler, Spuren der früheren Gebäude zu finden.

"Wir haben in diesem Jahr die geomagnetischen Messungen fortgeführt, die Grabungen werden wir an der Großen Heuneburg etwas verschieben müssen. Vorher wird an anderen Stellen gearbeitet", erläutert Dr. Hansen. Denn die Erforschung der Großen Heuneburg gehört zu einem größeren, landesweiten Forschungsprojekt.

Mit finanzieller Unterstützung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft - bisher sind 1,2 Millionen Euro für drei Jahre bewilligt - sollen über zwölf Jahre hinweg die Beziehungen der Keltensiedlungen rund um die Heuneburg bei Herbertingen zueinander untersucht werden. "Wenn alles klappt, starten wir an der Großen Heuneburg Mitte Mai", blickt Dr. Hansen zuversichtlich auf die Grabungen. Ursprünglich wollten die Archäologen an der Großen Heuneburg Anfang März mit den Grabarbeiten beginnen.

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