Riedlingen Gebäude, die Geschichte erzählen

Am Tag des offenen Denkmals bietet sich die Gelegenheit, vom Dachreiter der Spitalkirche aus einen Blick auf Kloster und Stadt zu werfen. Foto: W. Wolf
Am Tag des offenen Denkmals bietet sich die Gelegenheit, vom Dachreiter der Spitalkirche aus einen Blick auf Kloster und Stadt zu werfen. Foto: W. Wolf
Riedlingen / WALTRAUD WOLF 07.09.2012
Das Kapuzinerkloster in Riedlingen hat seit seiner Sanierung Furore gemacht. Beim Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag, 9. September, werden neue Einsichten ermöglicht.

Erstmals können am Sonntag, 9. September, von 11 bis 17 Uhr in dem nach der Restaurierung 2010 als Stadtbibliothek mit Gedenkräumen, Archiv und hochkarätigem Veranstaltungsort genutzten Kloster, der historische Dachstuhl des Konvents und der Kirche besichtigt werden.

Vom Dachreiter mit Glocke bietet sich ein besonderer Ausblick auf die Anlage und die städtische Umgebung, verspricht Stadtbaumeister Johann Suck. Geschehen kann dies nur in kleinen Gruppen. Um 13.30 und 15 Uhr führen Mitglieder des Altertumsvereins durch Kloster und die Spitalkirche, in der an diesem Tag von 11 bis 17 Uhr auch die Kapuzinergruft geöffnet ist. Im Refektorium wird Kaffee und Kuchen serviert. Der Erlös kommt der Innenraumsanierung der Klosterkirche zugute.

Riedlingen freilich hat noch eine ganze Anzahl sehenswürdiger Gebäude, die auch zum diesjährigen Denkmal-Thema "Holz" passen. Dazu gehört das Rathaus mit seiner dreischiffigen Holzkonstruktion, die sich vom Erdgeschoss bis in den Dachspitz erstreckt. Im Foyer, den Fluren und besonders im großen Sitzungssaal sind beeindruckende Eichestützen zu sehen und der kleine Sitzungssaal gefällt mit seinem Wandtäfer. Auch sie können am Sonntag von 11 bis 17 Uhr bewundert werden.

Das Ackerbürgerhaus "Schöne Stiege", welches das Museum beherbergt, ist allein schon sehenswert. Zudem lädt es den ganzen Tag unentgeltlich zu interessanten Ausstellungen ein. Auch die Städtische Galerie im Spital zum Heiligen Geist empfängt Besucher. Als Besonderheit können dort noch die "NeuZugänge" betrachtet werden, Bilder und andere Kunstgegenstände, die einen Bezug zu Riedlingen haben und vom Altertumsverein in den letzten zehn Jahren erworben wurden oder die er geschenkt bekommen hat. Um 15 Uhr wird Winfried Aßfalg sie vorstellen. Er verrät: "Fast zu jedem Exponat gibt es eine eigene Geschichte."

Das Gebäude Weilerstraße 12, welches die Hospitalpflege 2011 sanieren ließ und jetzt von der SRH FernHochschule genutzt wird, wird am Tag des offenen Denkmals am Sonntag der Öffentlichkeit vorgestellt. Es wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts als Amtshaus des Domkapitels von Konstanz erbaut und ist dementsprechend repräsentativ.

Erhalten und restauriert werden konnten profilierte Türrahmen, barocke Türblätter, Parkettfußböden und Wandpaneelen.

Mitarbeiter der FernHochschule führen durch das Haus und erläutern dessen Nutzung. Um 14 Uhr wird der mit der Sanierung beauftragte Architekt Roland Rau das Haus zeigen.