Tafellade Flüchtlinge sind weiter willkommen

Riedlingen / swp 14.03.2018

Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tafelladens trafen sich im DRK Zentrum zu ihrer Hauptversammlung. Dabei wurden Berichte über die Arbeit im Jahr 2017 und einen Ausblick auf das laufende Jahr gegeben. Für den Träger nahmen Peter Haug, Geschäftsführer Rotkreuzarbeit, Dr. Christa Enderle, stellvertretende Vorsitzende des DRK-Kreisverbandes Biberach und Angelika Keli vom DRK-Ortsvereins Riedlingen teil. Die Versammlung wurde vom Sprecher des Leitungsteams Hans Petermann geleitet.

Nach der Begrüßung führte er aus, in der Versammlung vom 20. April 2015 sei festgelegt worden, ein Leitungsteam zu bilden. Es sei auf vier Jahre gewählt worden. Im nächsten Jahr stünden also wieder Wahlen an. Er hoffe, dass dann wieder alle Positionen besetzt werden könnten. Das Leitungsteam habe sich zu sechs Sitzungen getroffen. Mit Michele Prencipe und Mohamad Alsalem seien neue Kräfte gewonnen worden. Dies sei dringend notwendig, um die aus Berufs-, Alters- oder Gesundheitsgründen ausgeschiedenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ersetzen.

Insgesamt helfen derzeit 36 Personen kostenlos im Tafelladen. Für die verhinderte Leiterin des Ladenbetriebs Ingrid Lemke berichtete er, der Laden  sei jeweils 52 Mal mittwochs und samstags geöffnet gewesen. Dafür mussten jeweils sechs bis sieben Personen Dienst tun.

Die Organisatorin des Fahrdienstes Marianne Hermanutz berichtete, dass zurzeit im Kühlbuseinsatz 13 Fahrer und sieben Beifahrer, also 20 Personen im Einsatz seien. Sie betonte, dass die Tafel zuverlässige Mitarbeiter habe. Bernhard Haberbosch kümmert sich um den Kühlbus – Kundendienst, Lichtwechsel und wenn nötig Reinigung des Busses. Ihm dankte sie besonders.

Weiter legte sie dar, dass zum Einsammeln der Waren von den Spendenbetrieben 104 Fahrten, die mittwochs etwa 5,5 Stunden, freitags etwa zwei Stunden und samstags etwa 4,5 Stunden dauerten, notwendig waren. Sechs Fahrten seien nach Ebnat bei Aalen und zwei nach Mengen gemacht worden. Ehrenamtliche Mitarbeiter hätten dafür zirka 1240 Stunden Dienst geleistet. Hans Petermann ergänzte, wenn dazu die Stunden aus dem Ladendienst und der Verwaltungstätigkeit dazu gezählt würden kämen über 5300 Stunden heraus, die die Ehrenamtlichen 2017  gemeinsam für den Tafelladen kostenlos gearbeitet hätten. Wenn auf sie der gesetzliche Mindestlohn angesetzt würde, würden das 54 000 Euro ausmachen. Mit Hilfe der Schulen seien im März, September und Dezember in allen Märkten in Riedlingen, Ertingen und Zwiefalten Spendenaktionen gelaufen, berichtete Karl Heinz Lehmann. Sie seien von Elisabeth Geiger und ihm mit Hilfe der Schülermitverantwaltungen sowie der betreuenden Lehrer organisiert worden.

Die Narrenzunft Blockstrecker Daugendorf habe dieses Jahr die Gastzünfte um Lebensmittelspenden für den Tafelladen gebeten. Durch diese Aktionen habe der Tafelladen erfreulich viele Teigwaren, Mehl und etwas Olivenöl erhalten. Zum Erntedankfest hätten die Katholischen Kirchengemeinden Dietelhofen und Dieterskirch zu Lebensmittelspenden aufgerufen.

Seit Jahren unterstützten um den Martinstag die Kindergärten in Andelfingen und Kanzach die Riedlinger Tafel mit Lebensmittel- und Sachspenden, die die Kinder und Eltern bereitstellen. Am Martinstag führten seit Jahren die Kindergärten Kanzach, Andelfingen und Eichenau Spendenaktionen für den Tafelladen durch. Die Evangelische Freikirche Eichenau stiftet fast jeden Monat  Grundnahrungsmittel. Eier und Kartoffeln  gibt es von den Bauern Schrodi, Rueß, Schaut und von dem Hühnerhaltungsbetrieb in Grüningen.

Für die verhinderte Kassenverwalterin Ursula Geiger konnte Petermann einen positiven Bericht über das Jahr 2017 abgeben. Die durch den Betrieb des Ladens und des Kühlwagens entstehenden laufenden Kosten konnten durch die Einnahmen gedeckt und für Ersatzbeschaffungen eine kleine Reserve gebildet werden.

Durch eine entsprechende Entwicklung des Spendenkonto „Lebensmittel für Bedürftige“, das die Evangelische Kirchengemeinde bereit hält, seien Grundnahrungsmittel im Wert von über 6000 Euro dem Tafelladen zur Verfügung gestellt worden. Auch durch die Unterstützung der Lebensmittelbetriebe und Bäckereien könnten fast immer genügend Waren für 40 bis 50 Kunden bereit gehalten werden, fasste Petermann zusammen. Die Tafel Essen mache bundesweit Schlagzeilen. Bei der „Stammkundschaft“ sei bei der Ankunft der Flüchtlinge auch in Riedligen die Erwartungshaltung gegeben gewesen, diesen, wenn überhaupt, nur nachrangig den Zugang zum Tafelladen zu ermöglichen. Sie habe die Sorge gehabt, nicht mehr genügend Ware zu bekommen. Diese Sorge sei Dank der hohen Spendenbereitschaft bis jetzt nicht begründet gewesen. Trotzdem kämen nicht mehr alle Einheimischen zur Tafel.

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