Gomadingen / JOACHIM LENK Das Feriendorf in Gomadingen wird für Flüchtlinge länger genutzt als vorgesehen. Das Landratsamt bringt dort jetzt Asylbewerber bis Ende 2016 unter. Mit der Option, noch ein paar Monate dranzuhängen.

Insgesamt 80 Asylbewerber bis Ende 2015. So lautete die erste Vereinbarung des Landratsamtes, die es im Sommer 2014 mit der Biovitalpark GmbH getroffen hat, der das Feriendorf in Gomadingen gehört. Im Sommer diesen Jahres wurde der Mietvertrag bis Ende März 2016 verlängert und die Zahl der Asylbewerber auf 110 aufgestockt. Jetzt wurde, in Absprache mit der Gemeindeverwaltung, dem Arbeitskreis Asyl Gomadingen und der Biovitalpark GmbH, das Mietverhältnis ein weiteres Mal verlängert. Und zwar bis Ende 2016. Investor Wolfram Wäscher fügt hinzu, dass man, "wenn die Not groß ist, gegebenenfalls noch ein paar Monate dranhängen kann".

Bringt das seine Planung nicht durcheinander? Bekanntlich will Wäscher die in die Jahre gekommenen Häuser des Feriendorfes abreißen lassen, um auf dem Gelände eine "Wohlfühl-Oase im Einklang mit der Natur" für zahlungskräftige Investoren bauen zu können. "Nein, wir haben dadurch mehr Zeit, die Pläne noch besser auszuarbeiten und weitere Partner zu finden", teilt Wäscher auf Anfrage dieser Zeitung mit. "Wir sind auf einem sensationell guten Weg", fügt er hinzu und bekräftigt, dass 2017 definitiv mit den Bauarbeiten begonnen werde.

Ordnungsdezernent Claudius Müller, Landratsamt Reutlingen, fällt ein Stein vom Herzen, dass die Flüchtlinge länger als vorgesehen in Gomadingen bleiben können. Es sei kein Geheimnis, dass die Zugangszahlen stetig steigen. Er weiß, dass im Feriendorf die Bedingungen "ideal" sind.

Müller spricht dabei die Unterkünfte und die Betreuung durch Ehrenamtliche an. "Die Betreuungsstruktur dort ist sehr gut." Deshalb hält er auch nichts davon, die Zahl der Flüchtlinge in Gomadingen weiter zu erhöhen. "Man darf niemanden überlasten."

Auch Bürgermeister Klemens Betz hat sich für eine Verlängerung eingesetzt. Wenn der Biovitalpark der Gemeinde beziehungsweise dem Landratsamt nicht entgegengekommen wäre, hätte es sein können, dass Gomadingen Unterkünfte hätte bauen müssen.

Mit dem Landratsamt wurde vereinbart, dass sich der "Gästekreis", der ins Feriendorf komme, weiterhin auf Flüchtlinge aus Syrien, Pakistan, Irak und Afghanistan beschränke.