Zwiefalten Feinfühliges Zusammenspiel

Überaus gelungene Premiere: Das "Vivace Barockensemble" eröffnete am Samstagabend die neue Reihe "Kultur in der Prälatur" im Münster, die der Zwiefalter Geschichtsverein veranstaltet. Foto: Heike Feuchter
Überaus gelungene Premiere: Das "Vivace Barockensemble" eröffnete am Samstagabend die neue Reihe "Kultur in der Prälatur" im Münster, die der Zwiefalter Geschichtsverein veranstaltet. Foto: Heike Feuchter
Zwiefalten / HEIKE FEUCHTER 06.05.2013
Unter dem Titel "Kultur in der Prälatur" hat der Geschichtsverein eine neue Reihe für klassische Musik gestartet. Das "Vivace Barockensemble" eröffnete den Reigen mit barocker und klassischer Kammermusik.

Die Auftaktveranstaltung am Samstagabend zeigte beeindruckend auf, was das Publikum auch künftig in der Konzertreihe erwarten darf: professionelle Künstler auf qualitativ hohem Niveau. Denn das ist für den Veranstalter von höchster Priorität, schließlich stellt die Reihe im barocken Saal das Pendant zum Kulturprogramm in der Wimsener Mühle, das ebenso hochwertige Unterhaltung bietet. Der Geschichtsverein möchte das klösterliche Erbe mit Leben erfüllen sowie der Öffentlichkeit zugänglich machen und hat nun mit dem Prälatursaal eine wunderbare weitere Örtlichkeit dazugewonnen.

Die beeindruckende Akustik des Raums war Otto Reichhard, dem Zweiten Vorsitzenden des Vereins, schon länger bekannt: schon während der Nutzung des Gebäudes als Klinikstation wurden dort einige Konzerte veranstaltet, allerdings unter sehr erschwerten Bedingungen. Nachdem die Krankenpflegeschule in das Gebäude umgesiedelt und der Saal mit seiner imposanten Freskendecke renoviert wurde, reifte das neue Programm heran.

Mit Unterstützung von namhaften Sponsoren startete nun die Konzertreihe in dem kleinen Raum mit großem Ambiente. Mit dem "Vivace Barockensemble" trat eine Künstlergruppe auf, die einen fulminanten Auftakt lieferte und mit ihrer barocken und klassischen Kammermusik für Traversflöte die Zuhörer verzauberte. Die Traversflöte, das Ursprungsinstrument der Querflöte, war in der Barockzeit das gängige Holzblasinstrument. Zu den beiden Traversflöten der Ensemblegründer Lisa Keaton- Sommer und Andreas Sommer traten in der Zwiefalter Besetzung noch Michael Spengler an der Viola da gamba und Michael Eberth am Cembalo hinzu und faszinierten mit hervorragendem und feinfühligem Zusammenspiel. Das hochkarätige Ensemble verstand es durchweg, mit den warmen Melodielinien der Flöten, dem harmonischen Gerüst des Cembalos und der lieblichen Resonanz der Viola die Schönheit und den Charakter der Barockmusik eindrucksvoll zu transportieren.

Mit dem "Trietto I G-Dur" von Georg Philipp Telemann führten die Künstler in die Barockmusik ein, in unterschiedlichen Besetzungen brachten sie die "Triosonate D-Dur" von Jean-Marie Leclair Ainé, die "Sonate d-Moll La Vibray" von Michel Blavet und "Sonata G-Dur" von Johann Sebastian Bach zu Gehör und begeisterten mit künstlerischer Ausdruckskraft. Auch im weiteren Verlauf des Konzerts kamen, klanglich brillant und mit viel Spielfreude vorgetragen, Werke namhafter Komponisten zum Vortrag: Die "Sonate en trio" von Jaques Martin Hotteterre verzauberte ebenso wie weitere Kompositionen von Telemann und Carl Heinrich Graun.

Das begeisterte Publikum honorierte die exzellenten musikalischen Leistungen mit langanhaltendem und stürmischem Applaus.

Info Die weiteren Veranstaltungen und Termine von "Kultur in der Prälatur" gibt es im Internet unter "www.zwiefalten.de/ Bürgerinfo/Aktuelles".

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