ZfP Fahrradwerkstatt schließt

Die Abteilung Holz der ZfP Werkstatt in Zwiefalten erweitert ihr Angebot.
Die Abteilung Holz der ZfP Werkstatt in Zwiefalten erweitert ihr Angebot.
Zwiefalten / swp 25.03.2017

Die verschiedenen Bereiche und die zur Verfügung stehenden Arbeits- und Therapieplätze wurden an aktuelle Entwicklungen angepasst. Die Fahrradwerkstatt muss geschlossen werden. Die Industriemontage, die Gärtnerei, der Keramik- und Papierbereich bleibt bestehen und der Holzbereich erweitert das zeitliche Angebot.

 Wiedereingliederung

In der Arbeitstherapie (AT) werden Patienten auf ihre berufliche Wiedereingliederung vorbereitet. In allen genannten Bereichen der Werkstatt des ZfP Südwürttemberg in Zwiefalten werden Grundarbeitsfähigkeiten trainiert. „Es ist keine Bastelstube, sondern Arbeit  - hier wird Normalität gelebt“, betont Wilfried Horn, Leiter der Werkstatt Zwiefalten. Patienten arbeiten überwiegend an Auftragsarbeiten, die oft wiederkehrende Tätigkeiten, Termindruck und teils deutliche Mehrarbeit mit sich bringen. Sie lernen mit dem Druck und kurzfristigen hohen Belastungsphasen umzugehen.

„Wichtig ist die Kombination – der Druck kann motivieren, es sind dann aber auch entlastende Phasen notwendig“, erklärt Franz Brunner, Gruppenleiter der Industrie- und Holzwerkstatt. Auch auf gute Teamarbeit wird hohen Wert gelegt. Die Patienten, die aus verschiedenen Bereichen des ZfP kommen, haben sehr unterschiedliche Fähigkeiten, und Bedürfnisse. Je nachdem werden sie für die verschiedenen Arbeitsabläufe eingeteilt. Brunner kommentiert: „Die Teamarbeit funktioniert sehr gut: Stärkere unterstützen körperlich Schwächere zum Beispiel beim Tragen der Teile oder sie achten auf die Qualität bei visuellen Problemen“. Horn resümiert stolz: „Es wurden schon einige über Praktika wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelt“.

 Wie Franz Brunner ist auch Dieter Bloch, Gruppenleiter AT Keramik und Industrie, dual, also in mehreren Bereichen der Werkstatt tätig. In den vergangenen Jahren betreute er unter anderem die Fahrradwerkstatt. Hier wurden Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten rund ums Fahrrad angeboten. Das Angebot wurde nicht nur von Mitarbeitenden des ZfP genutzt. Bloch berichtet: „Wir hatten viele externe Kunden, die nach ihrem Besuch schnell ihre Scheu vor der Psychiatrie verloren haben“. Die Fahrradwerkstatt wird nun geschlossen. Grund sind technische Entwicklungen, die Schulungen und der daraus entstehende Mehraufwand.

Gleichzeitig hat sich der Arbeitsauftrag für die Werkstattleiter verändert. Bloch erklärt: „Das nunmehr ambulante Klientel bringt mehr Zeitaufwand und mehr Durchlauf mit sich. Patienten sind nicht mehr so lang in der AT tätig. In der Radwerkstatt würden sie oft nur die Einarbeitungsphase durchlaufen und wären dann wieder weg.“ Alternative Fahrradwerkstätten sind in Bad Schussenried und Reutlingen zu finden.

Ausbau beim Holz

Die AT Holz wird immer nachmittags Montag bis Donnerstag 13 bis 16 Uhr und für Stationen ab sofort auch am Vormittag von 8 bis 11 Uhr angeboten. Auch der Holzbereich erfordert eine intensive Betreuung der Patientinnen und Patienten. Brunner erklärt: „Unter anderem sind Maschinenunterweisung notwendig. Nicht alle dürfen an die Kreissäge.“ Zudem soll auf die Patienten möglichst individuell eingegangen werden – und neben auftragsbezogenen Waren auch eigene Wunschprodukte gefertigt werden. Die bisherigen Auftraggeber sind Firmen aus der Region.